Der zweite Teil der Payday Serie von Overkill weist mit einigen Verbesserungen zum ersten Teil auf und setzt somit den 4 Spieler Raubzug erfolgreich fort.

Angefangen hat es vor anderthalb Jahren als das schwedische Entwicklerstudio Overkill mit dem Spiel Payday: The Heist auf sich aufmerksam machte. Payday ist auf 4 Spieler Koop ausgelegt, was eine originelle Idee aufgreift und zwar als Teil eines 4 köpfigen Gangster Teams Banken und ähnliches zu überfallen um sein Vermögen aufzubessern. Der erste Teil hatte noch einige Schwächen, wie der schwere einstieg und der geringe Umfang, welche aber nun von Overkill überarbeitet worden sind.

Vorgänger hat zu Beginn 6 Missionen welche im Durschnitt nicht länger als 30 Minuten in Anspruch nahmen, was natürlich die Langzeitmotivation drückte. Die Missionen hatten einen guten Umfang und waren auch sehr fordernd, jedoch war man relativ schnell mit allen Missionen durch und somit konnte man diese nur noch wieder und wieder spielen.

Dieses Problem hat nun Overkill überarbeitet und bietet von Anfang an 30 Dynamische Missionen an. Das heißt die Missionen wiederholen sich schon, aber da sie dynamisch sind ändert sich teilweise der Ablauf. Das wiederum bedeutet dass einmal der Thermalbohrer an einer anderen Stelle zu finden ist, genauso wie der Safe welchen man zu knacken versucht. Die Missionen werden auch von unterschiedlichen Auftraggebern, welche Vlad, Bain oder ein Drogenkartell wären, vergeben.

Gameplay

Die Missionen sind alle fordernd und machen vor allem zu viert im Koop sehr viel Spaß. Dies erfordert eine gute Zusammenarbeit, da die Wachen dadurch auch unterschiedliche Laufwege haben und spätestens wenn die Polizei sowie FBI oder die Special Forces eintreffen eine gute Absprache vorhanden sein sollte.
Die Schwierigkeit besteht auch daran in der Hitze des Gefechtes keine Zivilisten abzuschießen da dies eine „Reinigungsstrafe“ zur Folge hat, welche je nach Schwierigkeitsgrad unterschiedlich hoch sein kann. Zivilisten dienen auch dazu Kameraden freizukaufen, falls diese von der Polizei überwältigt worden sind und sich dadurch in Haft befinden. Hierfür müssen aber die Zivilisten mit den Kabelbinder vorher als Geisel genommen werden, damit der Tausch vollzogen werden kann. Teamkameraden die zu viel Schaden genommen haben bleiben erstmal 30 Sekunden auf den Boden liegen bevor sie in Haft genommen werden, in dieser Zeit haben die anderen die Möglichkeit ihn wiederzubeleben.

Die Überfälle werden alle über das CrimeNET  gestartet, sowohl die Einzelspieler als auch die Multiplayer Koop Missionen. Der Einzelspieler ist an sich nett wenn die Internetverbindung kurzzeitig nicht vorhanden sein sollte, aber die Missionen spielen sich sehr schwerfällig, da das Diebesgut meist mehrere Taschen beträgt und die KI diese aber nicht trägt. Das bedeutet wenn nicht nur eine Tasche in Sicherheit gebracht werden soll, dass nur die Möglichkeit besteht den Weg öfter zu gehen, was zunehmend schwerer wird da die Polizeipräsenz mit jeder Welle zunimmt und so nach einiger Zeit Frust aufkommt.

Nach der Auswahl der Mission geht es in eine kurze Planungsphase, in welcher erklärt wird worum es geht und was zu tun ist, hier können dann ebenfalls noch die Waffen welche man zuvor gekauft worden sind ausgewählt werden. Es lassen sich auch noch einige Vorteile kaufen, wie das Freischalten der Blaupausen um einen Überblick der Räume zu haben oder auch Munitions- sowie Arzttaschen. Dann gilt es sich einen Überblick zu verschaffen und seinen Raubzug zu beginnen ob nun ein klassischer Banküberfall oder das beschützen eines Kokaintransporters bis hin zum selberkochen von Meth, um mit diesem dann einen Großen Deal durchzuziehen.

Erfahrung, Geld und ein Offshorekonto

Durch das erfolgreiche Abschließen von Missionen erhält der Spieler Erfahrung, Bargeld und Geld auf sein Offshorekonto. Das besondere zudem ist das Erweiterungen für Waffen und die vielen sammelbaren Masken nicht etwa gekauft werden, nein, man kann sie nur mit viel Glück durch eine der drei Karten nach jeder Mission bekommen.

Mit der gewonnenen Erfahrung und daraus resultierenden Level aufstiegen, werden Fertigkeitspunkte freigeschalten, die sich dann in 4 unterschiedliche Talentbäume investieren lassen. Jeder dieser Bäume hat eigene besondere Fertigkeiten, welche im Team kombiniert das perfekte Gangster Quartett abgeben. Das „Mastermind“ ist im Trupp der Sanitäter, er kann am Anfang einen mit der richtigen Fertigkeit auch mehrere Verbandskästen tragen. Heilen ist aber nicht seine einzige Fähigkeit, er kann zudem Gegner einschüchtern und eventuell sogar dazu bewegen für uns zu kämpfen. Der „Vollstrecker“ ist der Unterstützer aber auch gleich der Schadensausteiler, durch seine Fähigkeiten versorgt er den Trupp mit Munition, teilt aber durch seine Fähigkeiten viel Schaden aus, je nach Verteilung der Punkte kann er aber auch gut einstecken da er die Möglichkeit hat bei der richtigen Verteilung der Punkte eine experimentelle Panzerung freizuschalten. Der „Techniker“ kann Stolperminen aufstellen oder auch kleine Sentryguns, welche Vollautomatisch auf ankommende Gegner schießen. Der letzte im Bunde ist der „Geist“, dieser Fähigkeitenbaum ist für jene welche den Auftrag lieber leise angehen wollen, er hat zudem einen Elektronischen Störsender dabei, mit dem er Überwachungskameras sowie Handys lahmlegen kann.

Durch das erworbene Geld werden über das Inventar im Hauptmenü nun die verschiedensten Waffen gekauft, von Schrotflinten über Sturmgewehre und Maschinenpistolen ist alles vorhanden, selbst eine Kreissäge für das Aufschneiden von Geldautomaten und Türen ist vorhanden. Das Geld welches wir auf unserem Offshorekonto haben kann momentan noch nicht verwendet werden, hier verspricht der Entwickler einen kostenlosen DLC nachzuliefern, mit dem dann das Versteck eingerichtet und möbliert werden kann. Im Versteck selbst, gibt es auch einiges zu erforschen. Der Tresor sieht hübsch aus, erst recht wenn dieser mit viel Bargeld gefüllt ist, dann wären da noch die verschiedenen Übungszimmer zu erwähnen, der Schießstand, der Tür-knack-Übungsraum und ein Raum in welchem wir unsere Bohrer auf Übungstresore loslassen können.

Atmosphäre

Die Grafik von Payday 2 ist leider etwas eingestaubt, sicherlich nicht hässlich aber eben nicht auf den Stand von 2013. Was hingegen sehr gut gelungen ist sind die englischen Originalsprecher sowie der elektronisch angehauchte Soundtrack, beides untermalt die Stimmung im Spiel und trägt deutlich zum spielspaß bei. Die Waffen- und Umgebungssounds können sich auch hören lassen, sie passen immer zur jeweiligen Situation und klingen auch alle unterschiedlich.

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