Life is Strange ist eine Abenteuergeschichte zweier Teenager von Dontnod Entertainment. Wir haben uns die erste Episode näher angesehen und verraten euch, ob sich ein Kauf lohnt.

Angeteasert wurden wir auf der gamescom 2014 von Square Enix bezüglich einem Titel der Entwickler von Remember Me. Es wurde ein Abenteuer im Episodenformat angekündigt, ähnlich dem Prinzip von Titeln aus dem Hause Telltale Games. Die ersten Bilder sahen vielversprechend aus und auch Remember Me habe ich damals gerne gespielt. Jetzt ist die erste Episode von Life is Strange erhältlich und nach dem Ende sitze ich mit gemischten Gefühlen da.

Direkt zu Beginn geht es actionreich zur Sache und kurzerhand werden wir aber zurück in den Alltag geholt. Genauer gesagt schlüpfen wir in die Rolle von Max, dessen Leidenschaft die Fotografie ist. Das Leben des jungen Mädchens wird sich schon sehr bald drastisch ändern, wie wir im Spiel relativ schnell feststellen. Doch Moment, die eigentliche Aufgabe ist ja eigentlich, dass wir uns zusammen mit unserer Freundin Chloe auf die Suche nach der vermissten Rachel machen. Rachel wiederum war die beste Freundin von Chloe in der Zeit, wo wir die Stadt verlassen hatten und der Kontakt abgebrochen war. Ihr merkt schon, es geht hier etwas wirr zur Sache und letztlich bleibt abzuwarten wie sich die Geschichte in den weiteren Teilen entwickeln wird.

Bevor wir aber irgendwie eine Spur aufnehmen können, erfahren wir zunächst mehr über die beiden Protagonistinnen. Dies reicht soweit, bis wir mit Max feststellen, dass wir eine Gabe haben, welche die Zeit zurückspult. Die Gründe dafür sind nicht bekannt, aber wir merken es plötzlich am Schultisch und machen direkt Gebrauch von der Funktion, da wir unserem Lehrer eine Frage nicht sofort beantworten können. Im weiteren Spielverlauf nutzen wir die Fähigkeit zu unserem Vorteil aus und beeinflussen damit das Spiel so wie wir es für richtig halten. Hier kommen dann verschiedene Entscheidungsmöglichkeiten in Frage, die wir durch die Rückspulfunktion auch alle vorher in Ruhe durchgehen können. Hier gibt es für mich auch schon den ersten Kritikpunkt bezüglich dieser Fähigkeit. Klar haben die Entscheidungen hier Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf, aber ein Überraschungsmoment oder Nervenkitzel wie bei einem Telltale-Abenteuer ist dadurch leider nicht gegeben. Dieser Aspekt des Spiels ist insofern lediglich interessant, weil wir Max letztendlich so entwickeln können, wie wir es möchten.

Ein weiterer Störfaktor ist die beschränkte Nutzung unserer Superfähigkeit, die zu einem linearen Spielverlauf führt. In einem Abschnitt wirft ein verärgerter Junge einen Football und verletzt damit ein Mädchen, welches auf der Bank sitzt. Das Ziel ist nun die Zeit zurückzudrehen und das Mädchen zu warnen. Im Anschluss gibt es keine Verletzten und wir haben etwas Gutes getan. Ich habe mich hier nur gefragt, warum ich nicht einfach mit dem Jungen sprechen kann, damit ich erfahre warum er so wütend ist oder zumindest den Football fangen bzw. abwehren kann. Leider ist dies im ganzen Spiel nie der Fall und es gibt immer nur Lösung A und B. Entweder man spult die Zeit zurück und entscheidet sich anders oder man lässt das ursprüngliche Geschehen stattfinden.

So quetschen wir also Informationen aus den Mitschülern heraus und werden im Anschluss beste Freunde, da wir gewisse Meinungen „teilen“. Dann spielen wir den Personen, die wir nicht mögen noch Streiche und bescheren ihnen einen nicht so schönen Tag. Es bleibt allerdings die Frage offen, warum wir uns überhaupt im Spiel mit solchem Kinderkram beschäftigen. Immerhin haben wir die Fähigkeit, dass wir die Zeit zurückspulen können. Sind wir wirklich noch so jung und naiv? Gerne betone ich nochmals, dass ich gespannt bin, wohin uns die Entwickler schlussendlich mit ihrer Geschichte führen. Derzeit scheint es mir aber so, als hätte ich zahlreiche Puzzleteile vor mir und keine davon passen zusammen. Vielleicht soll das ja sogar so sein?

Positiv hervorzuheben sind jedenfalls der tolle Indie-Soundtrack und auch der Look des Spiels. Über die Synchronisation lässt sich wiederum streiten, eine deutsche Sprachausgabe gibt es übrigens nicht.

Ein finales Urteil kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht fällen, da ich zunächst sehen möchte, wohin die Reise in den nächsten Episoden geht.

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