Die Rolle der Frau soll sich in Videospielen nun ändern

Mass Effect 3 - Femshep

Frauen wurden in Videospielen zumeist sexualisiert dargestellt. Doch den Objekten der Begierde soll nun eine neue Rolle zuteil werden.

Die Entwicklung der Frauen-Rollen in Videospielen

Fakt ist: rund die Hälfte aller Spieler, die regelmäßig Videospiele spielen, sind weiblich. Und doch ist es kein Geheimnis, dass die Spieleindustrie historisch gesehen, ihre Produkte an heterosexuelle Männer vermarktet hat. In den Videogames wurden in Nebenrollen Frauen als Blickfang eingesetzt, mit oftmals übertrieben, sexualisierten körperlichen Merkmalen, wie großen Brüsten und ausgestellten Hüften. Doch nicht nur in Videogames trifft man auf Hotties, die die Handlung so richtig aufmischen, auch in vielen Online Spielotheken, wie DrückGlück oder Mr Green, finden sich verschiedene Games, die Frauen in der Haupt- oder Nebenrolle zeigen.

Bei den besonders männerdominierten Prügelspielen, werden Frauen sehr stark sexualisiert dargestellt. Frauenfreundlicher zeigen sich da die Rollenspiele und Shooter-Games. Allerdings weisen Forscher darauf hin, dass dies wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass hier oftmals die Ego-Perspektive genutzt wird, und dadurch der eigene Charakter meist nicht zu sehen ist.

Laut einer neuen Studie der Universität Indiana in den Vereinigten Staaten, in der 571 spielbare weibliche Figuren aus den Jahren 1989 bis 2014 ausgewertet wurden, geht die Zahl der übertrieben sexualisierten Frauen-Charaktere in Videogames in den letzten Jahren tatsächlich zurück.

Die Forscher, Teresa Lynch, Irene I. van Driel, Jessica E. Tompkins und Niki Fritz, entwickelten ein äußerst komplexes System, um genau beurteilen zu können, wie die weiblichen Charaktere sexualisiert wurden. Dabei wurden deren körperliche Proportionen, Outifts und die Bewegungen berücksichtigt. Die Studie stellte fest, dass die Sexualisierung von Frauen in Videospielen in den 1990er Jahren ihren Höhepunkt erreichte und ab 2007 abnahm.

In den Jahren 1983 bis 1990 stachen weibliche Figuren in den Videospielen weniger durch eine ausgefeilte und interessante Persönlichkeit oder eine tiefgründige Hintergrundgeschichte hervor. Außerdem waren die Möglichkeiten der Computergrafik einfach noch nicht sehr ausgereift und Spiele-Designer beschwerten sich damals, dass es aufgrund der Knochenstruktur viel schwieriger sei Frauen realistisch darzustellen. Und ja, sie sind eben emotionaler, was die Designer zusätzlich vor die Herausforderung stelle, ein stark ausdrucksvolles Gesicht zu animieren.

Der Studie nach kommen ab der Jahrtausendwende weibliche Figuren zwar immer öfter in Videospielen vor, müssen sich allerdings mit einer der Nebenrollen zufriedengeben und sind nur selten für die Geschichte relevant. Zudem werden die weiblichen Charaktere mit einer weniger praktikablen Rüstung ausgestattet und tragen nur wenig Kleidung, um möglichst viel Haut zu zeigen. Lara-Croft und ihr super-enges Trägershirt, sind wohl der „erfolgreichste Grund“ dafür.

Einige bahnbrechende weibliche Charaktere in legendären Videospielen, die zwar für einen männlichen Blick konzipiert wurden und dem Schönheitsideal einer Frau entsprechen, sich aber auch als fähige und starke Charaktere erwiesen haben, sind zum Beispiel:

Cassandra Alexandra – „Soul Calibur“- Reihe
Samus Aran – „Metroid“ -Reihe
Sonya Blade – „Mortal Kombat“-Reihe
Chun-Li – „Street Fighter“-Reihe
Lara Croft – „Tomb Raider”-Reihe
Sherry Birkin – „Resident Evil”- Reihe
Rayne – „BloodRayne”-Reihe
Mona Sax – „Max Payne“ Reihe

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