Interview: Eiji Aonuma über „Breath of the Wild“

In Kooperation mit HerrDekay von Spielerherz

Man kann das gesamte Spiel durchspielen, ohne überhaupt Kleidung für Link einzusammeln.

Am 17. Januar dieses Jahres fand in München das Nintendo Switch Preview Event statt. Dort konnte man unter anderem die neue Spielekonsole und einige kommende Spiele, wie zum Beispiel „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ antesten. Als Special Guest beehrte uns Eiji Aonuma, der Produzent und Kopf hinter der Zelda-Reihe, welcher uns ein bisschen etwas über den neuen Titel erzählt hat.


HerrDekay:
Was war die Inspiration oder der Gedanke hinter dem neuen „The Legend of Zelda“?


Eiji Aonuma: Eine Sache, auf die wir in „Breath of the Wild“ besonderes Augenmerk gelegt haben ist, dass der Spieler in vergangenen Zelda-Spielen oftmals vom Start ins Ziel an der Hand genommen wurde. Wir wollten vermeiden, dass sich der Spieler auf seinem Weg verläuft, weswegen wir ihm sehr oft den Weg gewiesen haben.
In „Breath of the Wild“ haben wir diesen Weg komplett geöffnet, sodass die Spieler nun wesentlich weniger von A nach B geführt werden und es viel mehr Möglichkeiten zum Erkunden gibt.
Allerdings wollen wir dennoch vermeiden, dass Spieler sich verlaufen und sich fühlen, als wüssten sie nicht, was sie als Nächstes tun sollen.
Dieses Mal haben wir dem Spieler also die Möglichkeit gegeben, hohe Orte zu erklimmen, sich die riesige offene Welt und die Szenerie anzusehen und den Paraglider zu benutzen, um zu verschiedenen Orten zu fliegen und selbst zu entscheiden, wohin sie als nächstes auf ihrem Abenteuer reisen möchten.


HerrDekay: 
Hat man sich bei der Entwicklung des Spiels an dem Design des ersten „The Legend of Zelda“ orientiert?


Eiji Aonuma: Ja. Wir hatten das Gefühl, dass Zelda-Spiele nach dem ersten 3D-Zelda, Ocarina Of Time, nach und nach immer ein wenig linearer wurden. Dem Spieler wurde fast ein fester Weg vorgeschrieben, dem er folgen musste. Davon wollten wir uns wegbewegen und das Spiel, wie ich bereits sagte, weiter öffnen und dem Spieler eine freiere Erkundung ermöglichen.
Auf eine gewisse Art und Weise funktionierte so das erste Legend of Zelda bereits, also ja, wir haben uns selbst diesen Einfluss während der Entwicklung von „Breath of the Wild“ vor Augen gehalten.


HerrDekay:
In welcher Timeline wird die Story des Spiels stattfinden?


Eiji Aonuma: Erinnerst du dich an den neusten Trailer, den wir für „Breath of the Wild“ veröffentlicht haben, in dem eine weibliche Stimme sagt, dass die Geschichte von Hyrule die Geschichte von wiederholten Angriffen durch Ganon ist?
Das ist also eine Geschichte die nach einer Vielzahl von Angriffen durch Ganon stattfindet. Ich denke, dazu sollte ich nicht mehr sagen.


HerrDekay:
Der Titel der gesamten Reihe ist bereits nach ihr benannt: Wird man im neuen Teil tatsächlich ein wenig mehr über Prinzessin Zelda erfahren?


Eiji Aonuma: Nun, da es bereits im Titel der gesamten Serie steht, denken wir natürlich jederzeit darüber nach, den Charakter von Prinzessin Zelda auf eine interessante Art und Weise zu präsentieren.
Wir wollen es dem Spieler allerdings nicht zu einfach machen und ich denke, dass man mehr über Zelda erfahren wird, während man das Spiel spielt und in der Geschichte vorankommt. Aber selbst am Ende des Spiels kann es sein, dass man nicht alles über Zelda wissen wird.


HerrDekay: 
Könnte man das Spiel denn auch komplett ohne ein Schwert zu nutzen durchspielen?


Eiji Aonuma: Dem Spieler steht es wirklich frei, wie er „Breath of the Wild“ spielen möchte. Also ja, man kann das gesamte Spiel durchspielen, ohne überhaupt Kleidung für Link einzusammeln. Man kann das Spiel auch nur mit Pfeil und Bogen durchspielen, wenn man möchte.
Irgendwann wird man Ganon bekämpfen müssen. Wenn man wollte, könnte man aber auch sofort losziehen und gegen Ganon kämpfen oder man wartet eben bis zu einem späteren Zeitpunkt. Es ist wirklich eine freie und offene Erfahrung.


HerrDekay:
Was stellt für Sie den Hauptanreiz der Zelda-Reihe dar?


Eiji Aonuma: Eines der Hauptmerkmale der gesamten Zelda-Serie ist, dass Link als der Protagonist während seinen Abenteuern lernt und wächst und wir hatten immer das Gefühl das auch die Spieler etwas lernen, wenn sie ein Zelda-Spiel durchspielen.
Obwohl die Spiele ein Fantasy-Setting haben, reflektieren sie dennoch auf eine gewisse Art und Weise die Realität. So ist auch das Erlebnis, dass man während des Spielens eines Zelda-Titels erfährt, in gewisser Weise ein echtes persönlicher Lernprozess.
Das ist für mich einer der Hauptaspekte und wichtigsten Anreize der Zelda-Serie.


Die neue Nintendo Switch Konsole und das Spiel „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ wird am 03. März 2017 erscheinen. Den Trailer zum Spiel findet ihr hier.

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