Zwei Jahre sind vergangen als wir mit den Assassinen Jacob und Evie Frye das London des Viktorianischen Zeitalters von den Templern befreien durften. In dem aktuellen Ableger „Assassins Creed Origins“ wagt man sich bei Ubisoft an ein gänzlich neues Setting, welches das Adventure-Feeling auf eine neue Stufe heben soll. Ob die offene Spielwelt gelungen ist und die neuen Features im Land der Pyramiden überzeugen können?

Der Kampf um Rache und Gerechtigkeit geht in die nächste Runde

Im Zentrum der Geschichte steht das wagemutige Paar Aya und Bayek, welches von einem tragischen Schicksal angetrieben nach Rache dürstet. Da Bayek sich als Medjai zudem dem Wohle des ägyptischen Volkes verschrieben hat, kämpft er mit Leib und Seele dafür, dieses vor der bestehenden Unterdrückung zu befreien. Doch das scheint nicht so einfach, denn neben den Fremdherrschern ist bereits die Regentschaft von Julius Cäsar angerückt und sinnt ebenfalls nach Macht. Aya und Bayek begeben sich auf eine rasante Jagd nach den Drahtziehern und heften sich an die Fersen eines unbarmherzigen Verschwörers. Doch schnell zeigt sich, dass an jeder Ecke das Böse lauert und inmitten opulenter Tempel und Oasen Widersacher warten, die den beiden Assassinen ganz neue Kampfqualitäten abverlangen.

Majestätische Kämpfe auf heißem Wüstensand

Bereits nach wenigen Minuten verfällt man der beeindruckenden Openworld, die Ubisoft dem Spieler präsentiert und stellt fest, dass die weite Wüste weit mehr als nur Unmengen an Sand zu bieten hat. So verschlägt es den Spieler quer über Sanddünen, in majestätische Pyramiden, durch wunderschöne Oasen bis hin in entlegene Schiffswracks. Und wer einmal eine weitläufige Pyramide erkundet, wird immer wieder auf versteckte Kammern stoßen, in denen wertvolle Relikte und Items warten, mit denen sich der Charakter stetig verbessern lässt. Neben den Hauptmissionen bieten zahlreiche Sidequests stundenlange Dauerbespaßung und führen den Spieler mit viel Spannung in die Mythen und Geheimnisse einer längst vergessenen Welt ein. Immer wieder wird der Spieler in imposanten Bosskämpfen gefordert, die nicht besser in die Ägytpen-Thematik eingebettet sein könnten und das einzigartige Flair einmal mehr unterstreichen. Den wohl signifikantesten Unterschied in Sachen Gameplay spürt man an dem ausgefeilten Kampfsystem, das vor allem Veteranen der Serie einiges abverlangt. Die aus den Vorgängern eher inflexiblen Bewegungsabläufe weichen dynamischen Hitboxes, flinken Kombos und geschickten Spezialangriffen. Zudem wird der Fokus in diesem Ableger merklich auf die verschiedenen Waffenarten gerichtet, die dank ihrer besonderen Vor- und Nachteile eine ganze Bandbreite verschiedener Kampfstrategien ermöglichen. Während Pfeil und Bogen sich für den Fernkampf besonders prädestinieren, erweisen sich Schild und Schwert als nützliche Allzweckwaffe im Nahkampf.

Mein wachsamer Freund, der Adler

Mit dem Adler Senu bekommt der Spieler einen ganz besonderen Gefährten an die Hand, der ihm zu jedem Zeitpunkt treue Dienste leistet. Ganz nach Bedarf kann man zwischen Protagonist und Adler hin- und herwechseln und so einen Abstecher in die Höhen der Lüfte begeben, um dabei Gegner, Schätze oder bestimmte Ziele anvisieren und markieren zu können. Was „Assassin’s Creed Origins“ hinsichtlich des Gameplays richtig macht, lässt es doch an erzählerischer Substanz vermissen. So entspricht die Story dem üblichen 0815-Adventure-Einheitsbrei und auch die Nebenquests werden nicht wirklich genutzt, um sinnvolle Hintergrundinformationen zu platzieren. Vielmehr wird der Spieler gleich zu Beginn mitten in das Geschehen geworfen, welchem auch im späteren Verlauf nicht der gewünschte Tiefgang verliehen wird.