Einige Jahre mussten sich die Fans gedulden, bis Atlus die Erfolgsserie Persona fortsetzte. Nun hat man mit „Persona 5“ ein weiteres abgedrehtes RPG veröffentlicht und setzt die fetzige Highschool-Saga fort. Ob die Rezeptur auch diesmal mal gelingt und der Titel die Messlatte in ihrem Genre wieder einmal anhebt?

Übermächtige Feinde in einer rätselhaften Dimension

Auch in „Persona 5“ wird das altbewährte Prinzip der Spielreihe fortgesetzt. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines japanischen Highschool-Schülers, der nach Tokio versetzt und dort mit einigen ominösen Vorkommnissen konfrontiert wird. So macht das Gerücht die Runde, dass der sonst so freundliche Sportlehrer den Schülern nachstellt und sie massiv unter Druck setzt. Neugierig geht der Schüle den Dingen auf die Spur und stößt dabei auf eine rätselhafte App, die ihn geradewegs in die diabolische Psyche besagten Lehrers katapultiert. In dieser merkwürdigen Dimension entdeckt er die besondere Macht der Personas in sich, die ein übernatürliches Abbild seiner selbst darstellen. Schnell lernt der Schüler auf seiner Reise weitere Charaktere kennen, die über ebensolche besonderen Kräfte verfügen. Und diese sind auch bitter nötig. Denn in der kranken Welt des Übeltäters hat sich die Schule in ein düsteres Schloss verwandelt, indem er mit Freuden der Tyrannei seiner Untertanen, den Schülern, nachgeht. Der Protagonist zögert keine Sekunde, denn auch in der Wirklichkeit geht die Zeit weiter. Und der zwielichtige Lehrer hat den Helden schon lange im Auge.

Spielerische Freiheit trifft ausgefeilte Story

Wie auch die Vorgänger zeigt sich „Persona 5“ als gelungener Alltagssimulator, der dem Spieler fortlaufend spannende Geschichten serviert, die sich auf verschiedenen Bewusstseinsebenen abspielen und perfekt miteinander verbunden sind. Während der Spieler sich in der Wirklichkeit frei in Tokio austoben kann, durchstreift er in der Parallelwelt dunkle Paläste und düstere Gewölbe. Soziale Kontakte sind hier alles, denn jeder neue Freund verfügt ebenfalls über Spezialkräfte und kämpft mutig an der Seite des Spielers. Durch die limitierte unterrichtsfreie Zeit steht der Spieler immer wieder vor der Herausforderung, seine Missionen bestmöglich zu priorisieren, um an sein Ziel zu gelangen. So kann man Freundschaften stärken, in kleinen Nebenjobs wertvolles Geld verdienen oder über die U-Bahn einen Abstecher zu sehenswerten Locations, wie diversen Läden, Restaurants, Spielhallen oder Badehäusern, machen. Für besonderen Unterhaltungswert sorgen die knackigen Zwischen- und Endbosse, die in rundenbasierten Kämpfen zu bezwingen sind. So lassen sich im Kampf übermächtige Helfer beschwören, packende Windangriffe starten oder blitzartige Manöver initiieren. Hat man die Gegner umgehauen, kann der Spieler diese mit einer letzten Gruppenattacke ins Nirvana befördern oder sie alternativ diplomatisch in einem offenen Gespräch rekrutieren und um wertvolle Items bitten.

Ein optischer Leckerbissen

Optisch beeindruckt der atemberaubende Stil von „Persona 5“, der trotz des knalligen Cartoon-Stils zu keiner Zeit minderwertig aussieht. Sämtliche Effekte und Animationen laufen flüssig und auch das Charakterdesign zeigt sich ausgesprochen stilsicher. Gepaart ist der optische Leckerbissen mit einem fetzigen Soundtrack aus leichtem japanischem Pop, Rock und Jazz, der selbst in Dauerschleife noch Laune macht. Und wenn auch die Sprachausgabe leider nur in englischer Form vorliegt, können die Sprecher hier doch in jeder Situation überzeugen und die Spielatmosphäre durchgehend untermalen.

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