Sonic-Titel erschienen in den vergangenen Jahren in verschiedenster Form und haben sich leider nicht immer mit Ruhm bekleckert. Nun ist die rasante Knutschkugel zurück und startet in Sonic Forces mit Lichtgeschwindigkeit in sein neues Abenteuer. Was das Jump’n‘Run neben temporeichen Welten und neuen Gefährten noch zu bieten hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Ein blauer Held in Not

Das Szenario dürfte so manchen Veteranen der Serie schon bekannt sein. Sonic‘s berüchtigter Gegenspieler, Dr. Eggmann, will wieder einmal alle Macht an sich reißen und hat sich mit Infinite einen weiteren Fiesling an die Seite geholt. Als Sonic seinerseits für Ordnung sorgen will, fällt er den beiden Fieslingen in die Hände und wird in eine triste Zelle inmitten der Weiten des Weltalls gesperrt. Nun liegt sein Schicksal in den Händen des Spielers und einer Gruppe tierischer Helden, die ihm auf seiner Reise zur Seite stehen.

Kreiere deinen eigenen Charakter!

Wie man es von Sonic kennt, wird auch in „Sonic Forces“ in gewohnter Manier durch die Level gewetzt und dabei alles, was nicht niet- und nagelfest ist, aus dem Weg geräumt. Gleich zu Beginn kann man sich ganz nach Belieben einen tierischen Avatar bauen, mit dem das Abenteuer angetreten wird. Zur Auswahl stehen sieben Tierarten, wie beispielsweise ein Wolf, eine Katze, ein Igel, ein Hase oder ein Bär. Nicht nur die kunterbunten Outfits und die Stimme werden über den komplexen Charakter-Editor festgelegt, sondern durch die Wahl des Tieres auch gleichzeitig das dazugehörige Talent. So behalten Katzen nach gegnerischen Attacken einen Ring, ein Vogel vollzieht galante Doppelsprünge, Wölfe ziehen Ringe automatisch an und der Hase bleibt nach einem gegnerischen Treffer noch eine Weile unverwundbar. Weiterhin verleihen die aufladbaren Waffen, auch Wispons genannt, dem Spiel eine angenehm taktische Tiefe. So lassen sich mit einem Würfel-Wispon Plattformen erschaffen, ein Bohrer-Wispon dient als eine Art Kletterhaken und mittels einem Sog-Wispon kann man den Charakter quer durch das Level teleportieren.

So schön und so kurz

Getragen wird die Stimmung des Spiels zu großen Teilen durch das gelungene Design der einzelnen Level, die sich immer wieder wie eine spektakuläre Achterbahn anfühlen. Fast durchweg rast der Spieler in Lichtgeschwindigkeit durch die verwinkelten Wege und manövriert sich dank 3D-Darstellung immer mehr in die Tiefe des Raums hinein. Es wird gesprungen, gesammelt, geschwungen, während Turbo und Sprungattacken dem Ganzen den letzten Kick verleihen. Besonders gelungen ist zudem auch der Online-Modus, der vor allem an die Hilfsbereitschaft des Spielers appelliert. Zwar gibt es keinen wirklichen Multiplayer, jedoch kann man anderen Spielern zu Hilfe eilen, wenn diese an einer bestimmten Stelle nicht mehr weiterkommen. So schlüpft man in den Avatar des ausgewählten Spielers und kann bei Bestehen der jeweiligen Stage einen ordentlichen Lohn absahnen. Wenn auch Sonic Forces interessante neue Ansätze bietet, ist es doch vor allem der Umfang des Titels, der mehr als knapp bemessen ist. Zwar mögen dreißig Stages auf den ersten Blick als recht großzügig erscheinen, allerdings sind diese zumeist in zwei bis drei Minuten durchgespielt. Insbesondere Pros werden bereits nach drei Stunden alles ausgekundschaftet haben und wenig Motivation finden, sich dauerhaft mit dem Titel zu beschäftigen.

Einer grafischer Quantensprung in der Sonic-Serie

Grafisch macht Sonic Team alles richtig und liefert in „Sonic Forces“ eine zu den Vorgängern vergleichsweise hochwertige Optik. Fixe Ladezeiten und saubere Texturen machen die einzelnen Details förmlich greifbar, sodass man sich nur zu gerne in den Welten verliert. Musikalisch wird die für Sonic typische Kost geboten, die zwar keine Preise einfahren wird, jedoch stets für gute Laune bei der lustigen Dauerraserei sorgt.

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