Mit „The Evil Within“ gelang Tango Gameworks in 2014 ein Überraschungserfolg, der das Horrorgenre auf ein neues Level hob. Pünktlich zu Halloween präsentiert das Entwicklerstudio den nächsten Streich und erweitert den erfolgreichen Erstling um einen Nachfolger. Ob die verstörende STEM-Welt erneut zu fesseln weiß und das neue Spielkonzept der diabolischen Gedankenwelt funktioniert?

Eine unglaubliche Nachricht

Zunächst ein Flashback, der Verheerendes offenbart: Sebastian Castellanos findet sich in seinem von Flammen beherrschten Zuhause wieder. In Panik versucht er, den zweiten Stock zu erreichen, um seine Tochter Lily aus den Flammen zu retten. Doch vergebens, doch seine Hilfe kommt zu spät. Heute: Der Ex-Detective ist seit dem traumatischen Erlebnis nicht mehr er selbst und gibt sich dem Alkohol hin. Seinen Job beim Krimson City Police Departement hat er schon lange an den Nagel gehangen. Dann geschieht das Unfassbare: Seine ehemalige Partnerin Juli Kidman kontaktiert ihn und teilt ihm mit, dass seine Tochter noch lebt. Allerdings ist sie Geisel der bizarren Welt STEM, einer Gedankenwelt, die aus dem wahrhaft Bösen entsprungen ist. Sebastian zögert keinen Moment lang und begibt sich in die Dunkelheit der virtuellen Welt, um seine Tochter zu retten und die verlorenen Seelen zurück ins Leben zu holen.

Wenn jeder Winkel zum Erkunden einlädt

Der wohl markanteste Unterschied zum Vorgänger zeigt sich in der Gestaltung der Spielwelt, die den Spieler zu ausgiebigen Erkundungstouren einlädt. Bis ins letzte Detail mutet die virtuelle Stadt als Horrorspielplatz erster Güte an, welcher mit einer ganzen Reihe an markanten Gebäuden, heruntergekommenen Lagerhallen und unbewohnten Häusern ein Flair der besonderen Art erzeugt. Doch was wäre die groteske STEM-Welt ohne die richtigen Monster und Bossgegner, die den Spieler immer wieder vor Staunen innehalten lassen, bevor er in den Fluchtmodus übergeht. So kreuzt unter anderem ein verwegener Kriegsfotograf den Weg des Spielers oder aber die insektenartige Obscura, die mit ihren zappelnden Beinen wie ein übermenschliches Insekt anmutet. Dabei spielt „The Evil Within 2“ mit Bravour auf der gedanklichen Klaviatur des Spielers und konzipiert ein Katz-und-Maus-Spiel par Excellence. Erscheinen die Strassen der unwirklichen Stadt schon beinahe postapokalyptisch, setzen die umherstreifenden Schatten der Kulisse die Horrorkrone auf. So ist der Spieler gezwungen, die finstersten Ecken nach den rar gesäten Ressourcen zu durchsuchen und sich so den umherwandelnden Ungetümen jederzeit auszusetzen. Wer den seelenlosen Monstren vorzugsweise aus dem Weg gehen möchte, findet in abgelegenen Ecken, stillgelegten Autos sowie Mülltonnen ein willkommenes Versteck, um perfide Angriffe aus dem Hinterhalt zu planen. Das spart nicht nur Munition, sondern ist vorn allem auf den höheren Schwierigkeitsgraden der optimale Weg, um den Massen an Gegnern zu entkommen.

Kreaturen, so kunstvoll wie erschreckend

Für das unterschwellige Gefühl der Bedrohung ist mitunter auch das exzellente Kreaturendesign verantwortlich, das die Welt des Bösen zum Greifen nahe macht. Auch die stimmungsvolle Soundkulisse spannt die Nerven des Spielers permanent an und untermalt vor allem Jumpscares so punktgenau, dass man sich gerne mal in den Controller krallt.

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