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    Test: Gamewarez Gaming Sitzsack Classic

    Komfort made in Germany

    Auf Gamer zugeschnittene Sitzgelegenheiten existieren schon länger und besonders für PC-Spieler gibt es hier ein breites Sortiment an unterschiedlichen Stühlen, welche mit besonderen Komfortfeature daherkommen und sich hohen Ansprüchen stellen müssen. Doch was ist mit der Konsolenfraktion, die sich meistens im Wohnzimmer vor dem Fernseher zusammentummelt und üblicherweise das Sofa belagert? Diese Frage haben sich die Jungs und Mädels von Gamewarez im Jahr 2017 auch gestellt und prompt ihre erste Kollektion von Sitzsäcken für Konsolenspieler vorgestellt – ganz nach Motto “Relaxed Gaming”. Ob das Konzept aufgeht, verrät euch mein Test zum mehrmonatigen Selbstversuch eines Gaming Sitzsack Classic.

    Sitzsäcke gibt es natürlich nicht erst seit der Gründung des Startups aus Butzbach und vielen werden bei dem Gedanken an diese Sitzgelegenheit wohl eher an die Marke Fatboy denken, allerdings gibt es im aktuellen Beispiel entscheidende Unterschiede, die nicht nur etwas mit dem Preis zu tun haben. Selbstverständlich gibt es massenweise Preisgünstige Sitzsäcke im Internet, die meist eher schlecht verarbeitet sind und schnell nachgeben. Gerissene Nähte sind hier keine Seltenheit und auch die Füllung, lässt sich in der Regel nicht einfach erweitern oder entfernen. Wer sich dahingehend beim Marktführer Fatboy umschaut, wird sehr schnell vom Preis erschlagen werden. Zwar bekommt man hier zweifelsohne qualitativ sehr hochwertige Sitzsäcke, doch selbst für die kleine Junior-Variante sind mindestens 149,00€ fällig. Hinzu kommt noch der Umstand, dass man es in diesem Fall wirklich nur mit einem “Sack” zu tun hat, auf dem man sich setzen und gegebenenfalls auch hinlegen kann. Genau hier kommt Gamewarez ins Spiel.

    Der Gaming-Sitzsack Classic in seiner vollen Pracht – zusammen mit der optionalen Station

    Ist das noch ein Sitzsack?

    Das definierte Ziel: Gute Qualität zu einem fairen Preis, hat Gamewarez meiner Meinung nach erreicht. Die Bezeichnung “Sitzsack” ist vielleicht nicht so passend gewählt, da man im Prinzip viel mehr bekommt, als der man auf dem ersten Blick vermutet. Bei dem von mir getesteten Modell, handelt es sich um den Gaming Sitzsack Classic in der Ice-Variante mit der dazugehörenden “Station“, welche als Fußstütze bzw. als zusätzlicher Hocker genutzt werden kann. Ideal für die nächste Coop-Session bei spontanem Besuch. Wer nur an dem eigentlichen Sitzsack interessiert ist, kann diesen selbstverständlich auch einzeln erwerben. Natürlich gilt gleiches auch für die Station. Erhältlich sind die Sitzsäcke der Classic-Series in verschiedenen Ausführungen. Das Test-Modell verfügt über eine Sitzfläche im Mesh-Optik, die wie ich finde, sehr gelungen ist und zudem angenehm weich ist. Weiterhin sorgt die Atmungsaktivität dafür, dass man sich auch nach längeren Sessions nicht schweiß getränkt vom Sitz erhebt. Wem die knalligen Neon-Farben nicht zusagen, kann auch zur herkömmliche Fabric-Ausführung greifen. In wie fern sich hier nach einer längeren Gaming-Session allerdings ein Unterschied zum atmungsaktiven Mesh gibt, kann ich nicht beurteilen. Eines sollte man ggf. bei der Wahl der Varianten beachten: Während die Oberfläche der Fabric-Variante durch die zusätzliche PVC-Beschichtung an der Innenseite sehr robust, flüssigkeitsabweisend sowie einfach zu reinigen ist, saugt die Beschaffenheit des Mesh die darüber geschüttete Flüssigkeiten eher auf! Wie sollte es auch anders sein, habe ich doch tatsächlich – natürlich nur zu Testzwecken 😉 – etwas Kaffee über die Station geschüttet und konnte den dadurch entstandenen Fleck allerdings relativ rückstandslos wieder entfernten. Wer in seinem Haushalt also einige “Fleckenmonster” herumlaufen hat oder gedenkt, den Sitzsack diesen im Sommer auch mal in den heimischen Garten zu entführen, sollte vielleicht lieber mit der Fabric-Variante vorlieb nehmen.

    Die seitlichen Taschen sind sehr praktisch um Gaming-Equipment zu verstauen oder auch eine Flasche Bier 😉

    EPS = Ein praktischer Sitz

    Kommen wir wohl zu einem der wichtigsten Aspekte so einer Sitzgelegenheit: Dem eigentlichen Komfort. Die Füllung der Sitzsäcke besteht aus EPS-Kügelchen – besser bekannt als Styropor. Durch ihre leichte Beschaffenheit, passen sie sich besonders leicht den Gegebenheiten und somit auch der Körperform an. Ebenso kann man sich auch mal bedenkenlos in den Sitz fallen lassen, was dieser unbeschadet aushält. Dies beeindruckt mich im wieder aufs neue. Die Rückenlehne bleibt auch bei Körperbewegungen formstabil und sorgt für ein sehr angenehmes Sitzgefühl sowie eine gesunde Körperhaltung. Gemäß dem Hersteller soll der Füllstoff langlebig sein und ein Austausch ist in der Regel auch nach längerer Zeit nicht unbedingt notwendig. Natürlich ist dieses auch abhängig auf dem drauf lastenden Gewicht. Bei einem Körpergewicht von 80KG geben die EPS-Perlen natürlich nicht so schnell nach wie bei z.b. 120 KG. Während meinem rund sechsmonatigen Test, konnte ich dahingehend keine negative Veränderung des Sitzkomforts feststellen und bin der Meinung, dass das Material nicht an Fülle verloren hat. Sollte die Leistung der EPS-Kügelchen mit der Zeit dennoch nachlassen, gibt es mittlerweile praktische Nachfüllkissen zu einem fairen Preis von 7,90€ zu erwerben. Unterhalb des Sitzsacks findet sich ein Reisverschluss, der den Zugang zum Innenleben freilegt und die Befüllung quasi ermöglicht. Um einem versehentlichen austreten des Füllmaterials vorzubeugen, wurden das Material nochmals in einem separaten Innenetz untergebracht. Das würde es z. B. einfach machen, den gesamten Inhalt des Sitzsacks zu entfernen, um den Bezug zu waschen. Sehr praktisch. 😉

    Hier zu sehen: Die zum Einsatz kommenden EPS-Kügelchen

    Platz zum nachladen

    Damit ihr bei eurer Gaming-Session stets alles griffbereit habt, besitzen die Sitzsäcke der Classic-Series sehr sinnvolle Seitentaschen, in denen sich unterschiedliches Gaming-Equipment, Getränke oder auch sogar eine Nintendo Switch verstauen lässt. Die angebrachten Klettverschlüsse sorgen zwar dafür das nichts aus den Seitentaschen fällt, allerdings hatte ich immer wieder das Gefühl das diese nicht stark genug befestigt sind. Hier könnte man in Zukunft noch etwas nachbessern. Auf der anderen Seite befindet sich wiederum noch eine Halterung für euer Headset. Wer allerdings ein kabelgebundenes Headset sein eigen nennt, wird damit leben müssen, dass Kabel entweder unschön am Boden liegen zu lassen oder dieses vor der Befestigung noch aufzurollen. Hier hätte ich mir zumindest eine kleine zusätzliche Seitentasche gewünscht, in der das Kabel verstaut werden kann.

    Eine zusätzliche kleine Seitentasche für kabelgebundene Headsets wäre nett gewesen

    Die Station, die aus dem gleichen Material gefertigt ist, steht dem Sitzsack in punkto Verarbeitung und Umfang in nichts nach. Besonders nach einigen Stunden des Sitzens, kann es schon sehr angenehm sein, seine Beine zum entspannen auch mal darauf zu legen. Auch hier bekommt ihr ein paar Seitentaschen geboten.

    Auch an der optionalen “Station” befinden sich zwei Seitentaschen.

    Christian Kaeomat
    Wasserfetischist 🌊 | GIFluencer | Gründer von GamesFinest

    Meinung:

    Der Gaming Sitzsack Classic hat bei mir einen soliden Eindruck hinterlassen und ich kann ihn allen Konsolenspielern, die auf der Suche nach einer bequemen Sitzmöglichkeit sind, bedenkenlos weiterempfehlen. Für knapp 130€ bekommt man einen sehr gut verarbeiteten, robusten, langlebigen und komfortablen Sitzsack, auf den man sich auch nach etlichen Gaming-Sessions noch immer verlassen kann und auf dem es sich auch nach Monaten noch genauso sitzen lässt, wie am ersten Tag. Die Station ist in meinen Augen zwar kein Must-Have, doch in Kombination mit dem Sitzsack steigert sie den Komfort ungemein. Egal ob als zusätzliche Fußablage oder als weitere Sitzgelegenheit für den Besuch, macht die Station eine sehr gute Figur. Wer sich anfangs noch nicht sicher ist, kann sich die Erweiterung zu einem späteren Zeitpunkt einfach nachkaufen. Gespannt blicke ich auf die Zukunft was Butzbacher in Zukunft noch alles aus ihrem Labor in die Händlerregale bringen.