7 Horror-Games für euren Halloween-Abend

Nicht nur, aber gerade zur Halloween-Zeit neigt man dazu, ein paar schöne Horror-Games hervor zu kramen. Dabei taucht man gerne in Klassiker ab, aber auch in eines der vielen neuen Spiele. Und das sollte Grund genug sein, ein bisschen Inspo zu liefern. Deswegen findet ihr hier 7 Horrorspiele, unter denen sich ein bunter Blumenstrauß des Genres befindet. Von Klassikern, bis hin zu sehr aktuellen Releases. Und vielleicht ist ja der ein oder andere Titel dabei, den ihr euch zu Halloween gönnen möchtet. Natürlich allein. Im Dunkeln. Mit Kopfhörern.

Silent Hill: Townfall


Mit Townfall zieht die wiedererwachte Reihe nach Schottland. Auf der Insel St. Amelia schlüpft ihr in die Rolle von Simon und erkundet das atmosphärische Abenteuer komplett aus der Ego-Perspektive. Das Ergebnis ist eine enorm dichte, beklemmende Atmosphäre, die mich regelrecht in die Welt aufsog. Getragen wird das Ganze von einer hervorragenden Präsentation, starken Sprechern und einer Stadt, die auch nach dem Abspann im Kopf bleibt. Ein besonderer Clou ist das CRTV, das als Werkzeug für Rätsel und Stealth-Passagen dient und dem Spiel eine etwas kreativere Note verleiht. Die Rätsel sind clever eingebunden und gehören sogar in ihrer Qualität zum oberen Regal der Silent Hill-Reihe. Vor allem auch, wie sich diese mit der Erkundung der Welt ergänzen. Neben der spannenden Geschichte gefiel mir auch die Abwechslung, die Townfall mir bot. Hier greifen viele Elemente clever ineinander und machen es zu einem der besseren Spiele der Reihe. Ja, der berüchtigte „eine Gegner“ im Spiel ist ein großer Downer. Dank des ersten großen Updates wurde die Passage immerhin deutlich weniger nervig gemacht. Wer sich damit arrangieren kann, hat damit aber ein tolles Halloween-Wochenende.

Silver Pines


Wych Elm, ein winziges Team aus Schweden, hat mit Silver Pines eine echte Überraschung geschaffen: Es handelt sich um ein 2,5D-Survival-Horror im Metroidvania-Stil, das sich irgendwo zwischen Resident Evil, Silent Hill und Twin Peaks einordnet. Ihr steuert Privatdetektiv Red Walker, der in der halb verlassenen US-Kleinstadt Silver Pines nach einem verschwundenen Musiker sucht. Die handgemalte, rotoskopierte Optik fasziniert extrem und dazu kommen klassische Zutaten wie Inventarmanagement, Rätsel und eine Stadt, die sich nach und nach öffnet. Hier wurde allerdings nicht nur ein 2,5D Resident Evil auf Temu zusammengebastelt. Man merkt natürlich sehr deutlich die Inspiration, aber Silver Pines nimmt sich klar die Stärken seiner Vorbilder und weiß auch mit eigenen Ideen zu überzeugen. Dass der Titel so überzeugt, habe ich persönlich nicht kommen sehen. Wer hier einsteigt, sollte allerdings Geduld mitbringen: Die knappen Ressourcen und manche Kampfmomente können zäh werden.

The Mortuary Assistant


In The Mortuary Assistant arbeitet ihr als frischgebackene Leichenpräparatorin in einem Bestattungsinstitut, und zwar ausgerechnet in einer Nachtschicht, in der ein Dämon sein Unwesen treibt. Das Spiel kombiniert den nüchternen Handwerksalltag, also Leichen vorbereiten, Details beachten, Abläufe einhalten, mit okkultem Schrecken, der immer näher an euch heranrückt. Genau dieser Kontrast macht den Reiz aus: Ihr seid ständig beschäftigt und gleichzeitig nie sicher, was hinter euch steht. Die Atmosphäre ist dicht, die Jump Scares sitzen, und weil das Geschehen zufällig variiert, bleibt die Anspannung über mehrere Durchgänge erhalten. Der wichtigste Kritikpunkt ist, dass sich die Abläufe mit der Zeit wiederholen und kleinere technische Macken den Gruselfluss gelegentlich stören. Natürlich muss man auch auf Jump Scares stehen und ich weiß, dass sich grundlegend daran die Geister scheiden. Aber hier sind sie sehr gelungen und clever integriert, sodass The Mortuary Assistant definitiv für den ein oder anderen Herzstillstand sorgen kann.

MADiSON

Madison hat mich persönlich fertiggemacht und ich war auch zwischenzeitlich drauf und dran, das Spiel aus Selbstschutz zu beenden. Ihr spielt Luca, der am Morgen nach einem Albtraum feststellt, dass ihn eine dämonische Macht zu einem Ritual zwingt. Euer wichtigstes Werkzeug ist eine Sofortbildkamera, mit der ihr verborgene Hinweise sichtbar macht und damit aber auch das ein oder andere Puzzle löst. Die Rätsel sind kreativ, die Bildsprache verstörend, und der Wechsel zwischen alltäglichen Umgebungen und albtraumhaften Szenarien sorgt in Kombination mit der ganzen Inszenierung für Spannung. Madison ist dabei auch ein Titel, der sowohl psychologischen Horror als auch Jump Scare-Horror sehr gekonnt miteinander verbindet und damit irgendwie auf jeder Ebene abholen kann. Dazu wird hier eine interessante, wenn auch generische Geschichte gesponnen, in die sich die unterhaltsame Erkundung und Puzzlelei hervorragend einbindet. Der größte Dämpfer: Manche Rätsel sind sehr kryptisch und führen ohne Hilfe schnell zur Frustration.

Alone in the Dark (2024)


Das Reboot von Pieces Interactive hat bei Release eher weniger Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Auch die Kritiken waren größtenteils sehr mittelmäßig. Aber ich möchte eine Lanze hierfür brechen! Ich empfinde es als deutlich besser, als es die öffentliche Wahrnehmung vermuten lässt. Die Geschichte um Emily Hartwood und den Privatdetektiv Edward Carnby, gesprochen von Jodie Comer und David Harbour, spielt im Südstaaten-Sanatorium Derceto der 1920er-Jahre und verbindet Lovecraft-Horror mit Noir-Flair. Das Herrenhaus ist als Schauplatz hervorragend gelungen, mit verschlungenen Gängen, cleveren Rätseln und einer Atmosphäre, die an klassische Survival-Horror-Tage erinnert. Besonders reizvoll ist, dass ihr die Geschichte aus zwei Perspektiven erleben könnt, was zu zusätzlichen Durchgängen einlädt und auch dabei immer wieder für genügend Abwechslung sorgt. Auch die Rätsel und die Erkundung haben mir dabei sehr viel Laune gemacht, weil sie es nach meinem Empfinden qualitativ auch mit den bekannten Platzhirschen aufnehmen können. Der wichtigste Kritikpunkt ist das teils hölzerne Kampfsystem, das nicht mit der starken Inszenierung mithalten kann.

Resident Evil

Kommen wir mal zu DEM Klassiker. Hier lohnt sich ein Blick auf das Original, aber auch die Neuauflage, die damals erstmalig für den Nintendo Game Cube erschien und für viele wahrscheinlich die zugänglichere Variante darstellt. Das Spencer-Anwesen ist ein Meisterwerk des Leveldesigns: Türen, Schlüssel, Abkürzungen und Verstecke greifen so geschickt ineinander, dass Teil 1 der Kult-Reihe auch heute noch zu den meistgefeierten Ablegern gehört. Dazu kommen Crimson Heads, die zerstörte Zombies als Zeitbombe zurückkehren lassen, eine atmosphärische Beleuchtung und unvergessliche Momente, die selbst Jahre später im Gedächtnis bleiben. Eine ganz große Stärke ist vor allem die Struktur der Spielwelt und die Art und Weise, wie man sie nach und nach erkundet und entschlüsselt. Und wer nicht auf die Tank-Steuerung des Originals steht, fährt in dem Punkt auch nochmal besser mit dem Remake. Und weil wir ja alle ohnehin im Remake-Wahn sind, stimmen wir uns damit auch auf das nächste Resi 1-Remake ein, an welchem Capcom gerade arbeitet.

Luto

Zum Abschluss ein Titel für alle, die bei Horror eher an die Stimmung denken als an Jump Scares oder Survival-Elemente. Luto, vom spanischen Studio Broken Bird Games, ist ein Ego-Psychohorror über Trauer, Erinnerung und Verlust, der oft mit P.T. verglichen wird. Ihr wandert durch ein Haus, dessen Räume sich verbiegen, wiederholen und gegen die Logik arbeiten, begleitet von einem Erzähler, der an The Stanley Parable erinnert. Die Rätsel sind originell, das Sounddesign ist hervorragend, und die emotionale Tragweite gehört mit zum Stärksten, was das Genre in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Es ist ein atmosphärisch und erzählerisch enorm starker Titel, der auch sehr unterhaltsame Puzzles bietet und somit weniger für Action-Horror-Fans ist, sondern sich bewusst auf die psychologische Ebene konzentriert. Eine absolute Empfehlung meinerseits!

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