PlayStation 5 vs. Xbox Series X: Ein ungleicher Krieg?

Die aktuelle Konsolengeneration neigt sich ihrem Ende zu und Gamer aus aller Welt freuen sich auf neue Hardware. Seit 2013 spielen wir nun schon auf PlayStation 4 und Xbox One und so langsam haben wir alle ein Update nötig. Wie die neue Generation aussehen wird, konnte man bereits im Laufe der jetzigen erkennen. Dank dem Erfolg von Titeln wie God of War, The Last of Us Part II und des kürzlich erschienenen Ghost of Tsushima, wird Sony seinen Fokus noch stärker auf exklusive Spiele richten. Durch den Launch der PlayStation VR im Jahr 2016, wurde das Spiele-Angebot von Sony diversifiziert. Bei Microsoft wurde in den letzten Jahren verstärkt auf Streaming und Cloud Gaming gesetzt und in Zukunft soll auch der Xbox Game Pass eine wichtige Säule der Xbox-Brand darstellen. Erste Gerüchte über die neue Konsolengeneration kamen am Ende des Jahrzehnts auf.

Der “PlayStation-Vorteil”

Sony: Ein Jahr nach dem Launch der PlayStation 4 Pro, teilte Sony Chef Shawn Layden mit, dass an einer Nachfolgerkonsole gearbeitet wird. Im Laufe des Jahres 2018 erhielten Entwickler erste Devkits. Im April 2019 wurden zudem erstmals Infos zur dieser Next-Gen-Konsole, wie das Chip-Set und Ray-Tracing-Support, durch ein Wired-Interview von Lead Architekt Mark Cerny geteilt. Im Oktober 2019 bekam die „PlayStation 5“ endlich ihren Namen und wurde auf dem amerikanischen PlayStation-Blog angekündigt. Der Releasezeitraum ist auf Ende des Jahres festgelegt, genauer äußerte sich Sony bisher jedoch nicht.

Exklusivität scheint bei Sony das Motto für die nächste Generation zu werden. Mit dem Rebranding der Sony First-Party-Studios, (jetzt „PlayStation Studios“) wurde die Absicht unterstrichen, in Zukunft noch mehr auf PlayStation-Exklusive-Erfahrungen zu setzen. Durch die durchweg gute Resonanz, der auf PlayStation 3 und 4 erschienen Exklusivspiele, baute sich ein Ruf auf, der sich gewinnbringend auf zukünftige Titel aus dem Hause Sony auswirkt. Im Juni dieses Jahrs enthüllte das Unternehmen Titel wie Spider-Man: Miles Morales, das Demon’s Souls Remake und Horizon Forbidden West, die im Laufe der nächsten Jahre, exklusiv auf der PlayStation 5 erscheinen werden. Mit Ankündigung der Exklusivität vom Spider-Man-Charakter bei dem kommenden Avengers-Spiel von Square Enix auf PlayStation-Konsolen, trieb es Sony mit dem Exklusivitäts-Wahn nach Meinung vieler Spieler jedoch zu weit. Auf sozialen Medien und Games-Foren wurde zu Boykotten aufgerufen, um dem Unmut vieler Spieler kundzutun, wenn es sich um Exklusivinhalte bei Multiplattformspielen handelt. Aus unternehmerischer Sicht macht es jedoch Sinn, ein weiteres Argument für den Kauf einer Sony-Konsole zu liefern und es wird dafür gesorgt, dass ein “unvollständiges” Produkt auf den Konkurrenz-Systemen erscheint.

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Sony glaubt an das Konzept der Konsolengenerationen und in einem Interview mit dem Journalisten Geoff Keighley, betonte Marketingchef Eric Lempel, dass die PlayStation 5 eine solche einläuten solle, denn es gehe darum, die Erfahrung der Spieler weiterzuentwickeln. Zudem betonte Lempel, dass Konzepte, die auf der PlayStation 5 realisiert werden, auf alten Generationen schlichtweg nicht möglich seien. Die veraltete Hardware stelle ein zu großes Hindernis für die Entwickler dar, um ihre Visionen akkurat umzusetzen.

Xbox as a platform

Microsoft: Eine neue Konsole von Microsoft wurde auf der E3 2019 unter dem Namen Project Scarlett angeteased und erste Einzelheiten wie 8K-Unterstützung und ebenfalls Ray-Tracing-Support wurden genannt. Microsoft entschied sich dafür, das Design und den endgültigen Namen der Konsole auf den Game Awards am 12. Dezember 2019 zu präsentieren.

Zum Ende der letzten Konsolengeneration wurde deutlich, dass sich die Microsoft-Philosophie von Grund auf verändert hatte. Sie setzten verstärkt auf Abwärtskompatibilität und Streaming. Das Aufkommen von Streaming-Diensten wie Netflix oder Amazon Prime Video, warf innerhalb der Games-Sphäre die Frage auf: Wäre dies auch mit Videospielen möglich? Microsofts Antwort auf diese Frage ist der im Juni 2017 erschienene Xbox Game Pass. Dieser erlaubt es Spielern, auf PC oder Xbox One (zukünftig auch Xbox Series X), eine Vielzahl von Games für eine monatliche Flatrate zu spielen. Die stetig wechselnde und wachsende Game-Pass-Bibliothek enthält neben Indie-Titeln auch viele Triple-A-Spiele, wie u.a. Red Dead Redemption 2, Gears 5 oder Halo 5: Guardians. Mit der Vielzahl an Titeln, die der Game Pass anbietet, ist es für Verbraucher durchaus möglich, sich nie wieder Vollpreis-Titel kaufen zu müssen. Für Spieler ist das eine feine Sache und es ist ebenfalls wichtig für Microsoft, sich so konsumentennah wie möglich zu zeigen. Der verkorkste Launch der Xbox One und der damit einhergehende Erfolg der PS4 hat gezeigt, dass man mit dieser Haltung eindeutig besser fährt.

Dadurch liegt die Priorität bei Microsoft eben nicht dabei, möglichst viele Xbox Series X-Konsolen zu verkaufen, sondern bei der Attraktivität des Games Pass für die Spielerschaft. Microsoft ist nicht daran interessiert, Inhalte nur für Series-X-Besitzer verfügbar zu machen. Xbox One und PC-Spieler sollen ebenfalls die Möglichkeit haben, Spiele die in den nächsten Jahren erscheinen, zu spielen. Im Klartext: Microsoft will es Nutzern auf den verschiedensten Plattformen möglich machen, auf den Game Pass zuzugreifen. Es wird also ein Ökosystem von Xbox-Systemen und dem PC aufgebaut, bei dem der Game Pass als zentrales Bindungsglied fungiert.

Bei aller Konsumentenfreundlichkeit, hat jedoch auch diese Herangehensweise von Microsoft ihre Zweifler. Dadurch, dass Spiele die in den nächsten Jahren auch auf der etwas veralteten Xbox One laufen müssen, wird von Kritikern behauptet, dass das ganze Potential der Series X und dem PC nicht ausgeschöpft werden kann. Dieser Punkt wurde häufig am gezeigten Gameplay von Halo Infinite fest gemacht. Vielen Leuten sah das Gameplay nicht „Next-Gen“ genug aus, wenn es um das Aushängeschild der Xbox geht. Diese Reaktion der Community war auch ein Grund dafür, dass sich Microsoft und 343 Industries dafür entschieden haben, Halo Infinite letztendlich auf 2021 zu verschieben. Dass die Series X damit ohne namentlichen First-Party-Titel erscheint, lässt vermuten, dass es sich dabei um eine sehr folgenschwere Entscheidung handeln könnte.

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Fazit: Die Strategien der zwei Konsolen-Giganten unterscheiden sich im Moment mehr denn je. Sony bleibt ihrem etablierten Exklusivitäts-Modell treu und Microsoft traut sich an ein frisches aber auch noch unbewiesenes Modell heran. Durch die Verschiebung von Halo Infinite auf 2021 und das damit eher maue Launch Line-up der Series X, hat Sony die besseren Karten in der Hand. Dennoch muss sich zeigen, ob Sony die Community auch ernst nimmt, wenn es um Exklusivinhalte geht, oder ob sie weiter stur auf ihrer Schiene bleiben. Es bleibt zu hoffen, dass ein gesunder Konkurrenzkampf dieser beiden Unternehmen, trotz den unterschiedlichen Strategien, weiter bestehen bleibt.

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