Es ist kein Geheimnis, dass sich Ego-Shooter zu einem der beliebtesten Genre im Konsolensektor gemausert haben. Spiele wie „Call of Duty“, „Doom“ oder „Wolfenstein“ wurden zu wahren Meilensteinen gekrönt und haben sich verdient Rang und Namen gemacht. Genau für Fans dieser Klassiker wurde nun ein ganz besonderes Filmerlebnis produziert, welches ab sofort als SteelBook, auf DVD und Blu-ray sowie als Video on demand erhältlich ist. Regisseur Ilya Naishuller hat dabei sein ganzes Potenzial sowie eine einzigartige brutale Kreativität walten lassen. Herausgekommen ist eine Kinoerfahrung, die komplett aus der Egoperspektive gedreht ist.

Eine rasante Jagd durch die Unterwelt Moskaus

Russland, irgendwann in der fernen Zukunft. Unser Filmheld Henry wacht in einem Labor auf und wird gerade mit künstlichen Gliedmaßen versehen. Just in dem Moment, als er sein Sprachmodul erhalten soll, stürmt der telekinetisch befähigte Bösewicht Akan herein und metzelt sogleich alle Wissenschaftler nieder und entführt Henrys Frau Estelle. Glücklicherweise ist Henrys Freund Jimmy gerade zur Stelle und verhilft seinem Kumpanen zur Flucht. Ausgestattet mit den wertvollen Informationen kämpft sich Henry nun durch die düstere Unterwelt Moskaus. Seine Mission: Estelle befreien und dem Fiesling Akan endgültig den Gar ausmachen.

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In der Haut eines Actionhelden

Eine hyperaktive Achterbahnfahrt aus brachialer Action, kompromissloser Gewalt und gnadenlosem Humor, die seinesgleichen sucht. Diese Beschreibung trifft es wohl am ehesten. Die gesamten 90 Minuten erlebt man dabei hautnah aus Henrys Augen, jede Kopfbewegung wird originalgetreu nachempfunden. Wenn auch der fehlende Kameraschnitt zunächst etwas gewöhnungsbedürftig ist, hat man wohl selten einen Rachefeldzug so hautnah miterlebt. Erstklassige Hand-Made-Effekte mischen sich mit auffallenden CGI’s, während rasante Parcour-Wechsel auf schwindelerregende Kletter-Passagen treffen. Das gesamte Setting ist dabei in den Tiefen Moskaus angelegt, sodass der Zuschauer eine Sightseeingtour erster Güte erlebt. Die Tatsache, auch ins Nachtleben eintauchen und russischen Dialogen folgen zu dürfen, lässt den Film dabei noch realistischer erscheinen.

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Erstklassiger Humor – dünne Story

Wenn auch die Story eher kurz gehalten ist, sind doch alle Charaktere (Henry, Jimmy, Akan und Estelle) passend gewählt und liefern eine gute Show. Neben dem diabolischen Bösewicht Danila Kozlovsky ist es vor allem Henrys Kampfgefährte Jimmy, der in zirka 10 verschiedenen Ausführungen und mit erstklassigem Humor überzeugen kann. Auch die Soundkulisse ist perfekt auf die verschiedenen Actionsequenzen zugeschnitten und rundet die Handlung gekonnt ab.

Wenn auch die Kameraführung hier mehr als gelungen ist, macht doch die sehr dünne Story eine Identifikation mit dem Protagonisten schier unmöglich. Auch bei den Dialogen wird man an mancher Stelle die Sinnhaftigkeit vermissen, insbesondere bei dem doch eher schweigsamen Filmhelden. Dies tut dem Film allerdings keinen Abbruch und ist bei dieser Explosion aus Action auch eher deplatziert.

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Mehr „Hardcore“ geht nicht
Jeanette Kanitz
Freie Redakteurin
filmkritik-hardcoreMit „Hardcore“ erlebt der Zuschauer aus der Perspektive eines Ego Shooters ein visuelles Erlebnis, das man so im Filmsektor noch nie gesehen hat. Freunde handgemachter Action werden diesen Film lieben, sofern sie denn nicht gerade unter Motion-Sickness leiden. So oder so lässt sich für den Film nur ein Wort finden: Hardcore!!