Preview: XIII Remake

Der mysteriöse Agent XIII ist zurück und das in einem völlig neuen Gewand. Die Entwickler von PlayMagic arbeiten derzeit an einem vollwertigen Remake des 2003 erschienenen Cell-Shading-Shooter. Wir haben uns auf der gamescom vom aktuellen Entwicklungsstand des Klassikers überzeugen können.

XIII beruht auf einer gleichnamigen französischen Comicbuchvorlage, dessen Videospielumsetzung sich 2003 weltweit satte 2,5 Millionen Mal verkaufen konnte. Grund genug also für den Publisher Microids über 15 Jahre nach Veröffentlichung des Erstlings eine vollwertige Neuauflage auf den Markt zu bringen, die dem Klassiker Tribut zollt.

In XIII schlüpft ihr in die Rolle des Agenten 13, der seine Erinnerung verloren hat und eines Tages überraschend an einem Strand wieder aufwacht. Sein Gedachnisverlust ist jedoch nicht das einzige Problem unseres kampferprobten Protagonisten und so wird er plötzlich vom FBI für den Mord am Präsidenten gejagt. Ein Tattoo am Arm sowie ein kleiner Schlüssel sind die einzigen Hinweise, die den Hintergrund dieser Verschwörung noch aufdecken könnten.

Das Remake ist dabei sehr nah am Original gehalten und verbindet erneut First-Person-Shooter-Passagen mit einem signifikanten Cell-Shading-Look. Das originale Leveldesign, Charaktermodelle sowie zahlreiche Assets wurden dafür nicht nur überarbeitet, sondern stellenweise komplett neu erstellt. So zieren beispielsweise schicke Graffiti die sonst so kahlen Wände, während Holzkisten die recht leeren Umgebungen füllen. Ein neues Sprint-Feature soll zudem mehr Dynamik ins Spielgeschehen bringen und neue aktive sowie passive Skills die Shooter-Passagen auflockern.

XIII Remake befindet sich derzeit noch in einer Pre-Alpha-Phase. Ursprünglich war der Release zwar bereits für dieses Jahr geplant, der Publisher hat sich aufgrund des aktuellen Qualitätsstand allerdings dazu entschlossen, das Erscheinungsdatum des Spiels kurzerhand doch auf 2020 zu verlegen. Diese Entscheidung war angesichts der uns präsentierten Gameplay-Ausschnitte sicherlich keine schlechte, denn dem Remake merkt man seinen unfertigen Zustand noch an allen Ecken an.

Das uns präsentierten Shooter-Gameplay wirkte größtenteils sehr steif und wenig flexibel, während Animationen noch stark abgehakt waren. Auch die Gegnervielfalt und das Gunplay ließen auf den ersten Blick stark zu wünschen übrig. Der deutsche Publisher astragon versicherte uns allerdings im Gespräch, dass eben jene Punkte bis zum Release noch im Detail verbessert werden sollen.

Angelehnt an das Original wird die Neuauflage des Shooters erneut über satte 34 Level, 15 unterschiedliche Waffen und zahlreiche Akten als Collectibles verfügen. Für die Pazifisten unter euch, wird es zudem dedizierte Stealth-Elemente geben, in denen der Spieler durch Lüftungsschächte kraxelt oder Kontrahenten mit Stühlen K.O. haut.

XIII verfolgt generell einen sehr interessanten Oldschool-Charme und will zu keiner Zeit mit aktuellen Shooter-Größen mithalten. Vielmehr besinnt man sich auf die in Frankreich so erfolgreiche Comic-Vorlage und kann so mit einer wirklich charmanten Aufmachung überzeugen. Die Einbindung von Comic-Panels in die Erzählung ebenso wie die Darstellung von Onomatopoeia, also lautmalerisch dargestellten Geräuschen, während der Shooter-Passagen haben einen gewissen Witz. Die passende Sounduntermalung und der sehr ausgeprägte Comiclook ergänzen den ohnehin schon positiven Ersteindruck. Bleibt nur abzuwarten wie lange sich solche Stilmittel wirklich tragen und ob man diese nach der 30. Einblendung nicht ganz automatisch irgendwann ausblendet.

Zu guter Letzt wird XIII Remake auch den Multiplayer des Originalspiels übernehmen – kein Online-Modus, dafür aber ein lokaler Splitscreen für bis zu vier Spieler. Auf drei Karten und mit 14 Waffen dürfen sich Spieler in Deathmatches gegenseitig vom Feld fegen. Ob es diesen Modus trotz der fehlenden Abwechslung wirklich noch gebraucht hätte, sei Mal dahingestellt. Eine nette Dreingabe ist es in jedem Fall.

XIII Remake macht auf den ersten Blick noch einen sehr groben, verbrauchten und unfertigen Eindruck. Aufgrund des noch frühen Entwicklungsstadium sind wir aber positiver Dinge, dass Entwickler PlayMagic bis zum Release noch eine Menge Feintuning und polishing betreiben wird. Als Actionspiel im Midprice-Segment verspricht das Remake dann aber einige unterhaltsame Stunden.

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