TEST

Dragon Quest Builders 2

Präsentation
9
Spieldesign
8
Atmosphäre/Story
7
Balance
8
Umfang
9

Bauen verboten! In der eckigen Welt von Dragon Quest Builders 2 herrscht ein böser Kult mit eiserner Faust: das Kreieren ist verboten, jedes noch so kleine Projekt wird hart bestraft. In der Haut eines jungen Erbauers gilt es nun, die dunkle Herrschaft der Monster zu stürzen. Lest hier unseren Test zu dem neuen Sandbox-Game von Square Enix

Eine Welt ohne die Möglichkeit, Dinge zu erschaffen. Was so trist und langweilig klingt, ist in Dragon Quest Builders 2 Realität. Ein von Monstern geführter Kult mit dem Namen “die Kinder Hargons” hat die Menschheit auf vielen verschiedenen Inseln der Spielwelt unterdrückt und so die Freude aus den Leben der Bewohner verbannt. Neben dem Erbauen von Gebäuden ist auch die Landwirtschaft und das Kochen verboten: das Erschaffen an sich gilt als schlimme Straftat und wird hart bestraft. In genau diese Welt schlüpft der Spieler nun, in die Haut eines jungen Erbauers, der der festen Überzeugung ist, dass die Kreativität einen Weg zurück in die Welt finden muss. Auf der Suche nach neuen Anhängern und Ressourcen für große Bauwerke trifft der Held so auf einige Gefahren und Probleme, denen es sich zu stellen gilt.

Reisen, questen, bauen

Dragon Quest Builders 2 ist ein storybasiertes Sandbox-Game im Stile von Minecraft: eine Welt, bestehend aus Blöcken, kann individuell gestaltet und bebaut werden. Wahlweise kann der Spieler entweder aus der Top-down-Sicht oder aus der Egoperspektive mit seinem Charakter über mehrere kleine open-world Inseln wandern. Dabei lauern in Action-RPG-Manier Monster an jeder Ecke, die es zu bekämpfen gilt. Zudem ist durch viele Quests und jede Menge lootbare Materialien die Basis für ein umfangreiches Spiel gelegt. Kurz gesagt: ein auf Aufbau und Crafting fokussiertes Spiel mit RPG Elementen.

Es muss nicht immer ein erzählerisches Meisterwerk sein

Der Storymodus von Dragon Quest Builders 2 ist erzähltechnisch nichts Besonderes. Der Plot ist sehr vorhersehbar und schlicht gehalten. Trotzdem macht es Spaß, die Geschichte zu spielen und neue Charaktere und Rezepte kennenzulernen. Jede Insel, die der Held bereist, ist ein eigenes kleines Abenteuer für sich. Es gibt immer einen separaten Storystrang, der für sich alleine steht und sich nur mit den Menschen und Begebenheiten auf den einzelnen Inseln beschäftigt. Sind die Quests eines Gebietes alle gelöst, folgen einige Charaktere dem Helden auf seine eigene Insel, die die größte Fläche für das kreative und freie Bauen bietet. Auf dem sogenannten “Eiland des Erwachens” bildet sich so nach und nach eine Stadt mit unterschiedlichen Bauten und Gebieten, denen durch das freie Bauen ein eigener Stempel aufgedrückt werden kann. Viele verschiedene Nutzpflanzen können zudem angepflanzt werden, um die Versorgung der Siedlung sicherzustellen. Ein Problem hierbei: sowohl Haupt- als auch Nebenquests bestehen aus enorm viel Text, der teilweise überflüssig wirkt. Dadurch wird das Lesen manchmal etwas mühselig. Auch sind Texte in Zwischensequenzen deutlich zu lang eingeblendet und nerven so mit der Zeit. Neben den Quests hält jede Insel kleine Rätselstationen versteckt, bei denen die Schwierigkeit variiert. Als Belohnung gibt es sogenannte “Minimedaillen”, mit denen man sich Verbesserungen und Accessoires für seinen Charakter freischalten kann.

Die Werkzeuge des Erbauers

Das Bauen in Dragon Quest Builders 2 ist so gestaltet, dass es dem Spieler möglichst leicht fällt, riesige Bauten zu erstellen, ohne einen stundenlangen Aufwand zubetreiben. Selbst der obligatorische Hammer, der das Basiswerkzeug eines jeden Erbauers darstellt, kann mit Fortschritt der Story des Spiels sehr gewinnbringend aufgewertet werden. Terraforming fällt dann besonders leicht, weil gleich viele Blöcke auf einen Schlag und in kürzester Zeit abgetragen werden können. Hinzu kommt eine tragbare, endlose Wasserquelle, mit der das Anlegen von ganzen Flüssen oder Seen kinderleicht fällt. Der sogenannte Topf ohne Boden muss nur einmalig befüllt werden und kann daraufhin immer wieder als Wasserquelle genutzt werden. Auch das Austauschen von mehreren Blöcken durch ein beliebiges Material wird durch die Konvertierungskelle möglich. Schnelles Bauen ist also so unkompliziert wie nur möglich.

Stofftiere und Feuerschwerter

Als Sandbox-Game besitzt natürlich auch Dragon Quest Builders 2 ein Craftingsystem. Es gibt unterschiedliche Stationen, die für bestimmte Materialien und Herstellungsweisen genutzt werden können. Neben der klassischen Werkbank gibt es so auch eine Schmiede, einen Amboss und einen Zaubertisch. Das Crafting an sich ist sehr einfach gehalten, da Rezepte direkt in den Werkbänken angezeigt werden. Dafür sind die Möglichkeiten der Herstellung sehr vielfältig: beinahe für jeden Raum gibt es entsprechende Möbel oder Dekoration. Jedoch müssen die meisten Anleitungen erst freigespielt werden, so dass vor allem zu Beginn des Spiels das Bauen eher eintönig erscheint. Rüstungen, Schwerter und Schilde müssen ebenfalls selbst geschmiedet werden und können so verbessert oder sogar verzaubert werden.

Einfach draufhauen

Wer fordernde Kämpfe und harte Bossfights erwartet, wird bei Dragon Quest Builders 2 wohl enttäuscht. Die Kämpfe sind sehr monoton und man benötigt keine besonderen Skills, um in der Spielwelt gut zurecht zu kommen. Es besteht weder die Möglichkeit zu blocken, noch kann wirklich effektiv ausgewichen werden. Ein Schild kann zwar gecraftet werden, jedoch erhöht dies nur den allgemeinen Abwehrwert und ist nicht wirklich funktionell. So kommt es natürlich dazu, dass die Kämpfe aus dauerhaftem Button-Mashing bestehen. Außerdem ist man nie wirklich auf sich allein gestellt, denn im Storymodus kämpft immer ein Begleiter an der Seite des Helden. Falls es also einmal brenzlig wird, kann einfach kurz etwas Abstand zum Kampf genommen werden. Etwas störend ist auch, dass es häufige und random auftretende Monsterangriffe auf die eigenen Siedlungen gibt. Einige der Monster können dabei Gebäude und andere Bauwerke beschädigen, was manchmal etwas frustrierend sein kann.

Zusammen ist es am schönsten

Bei Sandbox-Games wie Minecraft oder auch Dragon Quest Builders 2 sind Multiplayer-Modi sehr beliebt. Mit Freunden zusammen an riesigen, kreativen Projekten zu arbeiten, kann den Spaßfaktor von Sandbox-Spielen noch zusätzlich aufwerten. In diesem Fall kann lokal und online zusammen gezockt werden. Leider gibt es keinen Splittscreen-Koop. Dafür gibt es die Möglichkeit, mit bis zu drei anderen Spielern auf einer Insel zu bauen. Hierfür muss der Storymodus bis zu einem gewissen Punkt fortgeschritten sein und ein Portal aktiviert werden, welches die Online-Funktion freischaltet. Ab dann ist es möglich, Spieler auf die eigene Insel einzuladen oder selbst als Gast anderen Erbauern einen Besuch abzustatten. Dies geht sowohl bei Freunden, als auch bei völlig fremden Spielern. Neben dem gemeinsamen Bauen auf der Hauptinsel ist es auch möglich, zusammen andere Inseln zu bereisen und so auch im Koop auf Ressourcenjagd zu gehen.

Details überall

Dragon Quest Builders 2 ist ein wirklich schönes Spiel. Neben niedlich gestalteten Charakteren und Monstern wirken auch die unterschiedlichen Biome der Inseln sehr liebevoll gestaltet und detailreich. Es macht Spaß, sich mit der Natur der Umgebung zu beschäftigen und die unterschiedlichen Pflanzen zu erforschen, denn je nach Biom wartet eine andere Vegetation mit neuen Lebewesen und Pflanzen. Es gibt zudem viele Möglichkeiten seine Bauten zu dekorieren und so individuell erscheinen zu lassen. Ein Pluspunkt: viele Möbel sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch funktionell. So können beispielsweise Duschen und Betten wirklich genutzt werden und sind nicht nur Dekoration. Allein in das kreative Bauen kann so jede Menge Zeit fließen, wenn man seine Insel möglichst schön gestalten möchte. Auch gut hierfür: bereits früh im Spiel ist die Schnellreise verfügbar. So fällt das Reisen zwischen mehreren Projekten leicht.

Meinung

Ein bisschen Minecraft und eine Prise Harvest Moon gepaart mit Action-RPG-Elementen machen Dragon Quest Builders 2 zu einem spaßigen Spiel mit ein paar kleineren Ecken und Kanten. Wenn man sich mit der Masse an Text und der eher simplen Story zurecht finden kann, erhält man ein wirklich spaßiges Spiel, welches stundenlang fesseln kann.

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