Einige Wochen nach dem 20. Geburtstag der Pokémon-Reihe, haben wir mit Pokémon Tekken ein weiteres Spin-off erhalten, welches für unseren Markt eher krankhaft umbenannt wurde und in anderen Ländern den schöneren Titel Pokkén Tournament trägt.

Das Kampfspiel Pokkén Tournament wurde vor langer Zeit zuerst in den japanischen Arcade-Hallen veröffentlicht und letztes Jahr für die Wii U angekündigt. Zeitgleich mit dem Release für Nintendo’s Heimkonsole, hat man sich hierzulande für eine Umbenennung in Pokémon Tekken entschieden, die ich eher schlecht als recht finde. Wie dem auch sei, handelt es sich bei dem neuen Titel aus dem Pokémon-Universum nicht um ein klassisches Spin-off, sondern wurde gemeinsam mit der Pokémon Company und den Entwicklern von Tekken produziert. Das Konzept ist auf den ersten Blick einfach erklärt. Im Geiste von Tekken und anderen klassischen Kampfspielen, kämpft ihr euch mit einem der 16 auswählbaren Pokémon, die alle eine Vielzahl von verschiedenen Attacken ausführen können, durch die Arenen.

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Mit einem Mix aus individuellen Attacken tretet ihr mit den für das jeweilige Pokémon typischen Fern- und Nahkampfangriffen gegen eure Gegner an. Das bedeutet, dass ihr zum Beispiel mit Pikachu seine verschiedenen Elektro-Attacken für den Kampf aus der Ferne einsetzen könnt oder mit starken Schlägen und Combos im Nahkampf auf eure Gegner einschlägt, wie man es aus Tekken und anderen bekannten Kampfspielen kennt. Diese Mischung aus klassischen Kampfspiel- und Pokemon-Elementen findet ihr nicht nur bei den auswählbaren Pokémon, sondern auch im allgemeinen Kampfsystem des Spiels, denn die Raufereien finden im Gegensatz zu den anderen Spielen nicht nur in einer Perspektive statt, sondern wechseln öfter auch mal automatisch von der 3D- in die 2D-Ansicht und umgekehrt.

Wann die Umschaltung ausgelöst wird bestimmten Combos sowie spezielle Reihenfolgen der Angriffe und diese sollten gut geplant sein. Ein Wechsel der Perspektive verändert das Gameplay signifikant, denn wo ihr im 2D-Modus eher auf Nahkampf-Angriffe zurückgreift und fleißig Combos austeilt, müsst ihr eure Gegner in der 3D-Ansicht mit strategischen Angriffen ausspielen. Im Gegensatz zu den üblichen Kampfspielmechniken in meinen Augen ein sehr einzigartiger und interessanter Twist, der euch somit viele verschiedene Spielweisen durch die einfallsreiche Integration eurer Pokémon sowie deren besondere Fähigkeiten bietet und dabei habe ich noch nicht einmal alle Pokémon ausgetestet. Zusätzlich gibt es nämlich auch noch freischaltbare Partner-Pokémon, die euch nach Aktivierung auf passive oder aktive Weise im Kampf unterstützen und ein zusätzliches Element in der strategischen Komponente darstellt.

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Die allgemeine Präsentation kann sich zum größten Teil auch sehen lassen und wartet mit tollen Effekten bei den Attacken sowie schön modellierten Pokémon auf. Die verschiedenen Arenen und Kampfschauplätze sind bis auf wenige Ausnahmen hingegen nur durchschnittlich und eher langweilig gestaltet. Oftmals wirken auch die Modelle der Zuschauer im Hintergrund eher blass und lassen die Liebe zum Detail der Pokémon vermissen. Dadurch fühlt man sich oftmals nicht richtig in das Universum und der Kampfarena hineinversetzt. Wohlgemerkt ist dies ein Meckern auf höherem Niveau und das sehr solide und gut ausgetüftelt Kampfsystem macht dieses Manko wieder wett.

Kommen wir noch zum allgemeinen Umfang des Spiels. Zum regulären Vollpreis bekommt ihr einen umfangreichen Singleplayer-Modus, in dem man in den Rängen der Ferrum-Liga aufsteigt um der beste Trainer zu werden. Hier erwartet euch auch das mysteriöse Schatten-Mewtu, welches von einer netten Geschichte begleitet wird. Zusätzlich gibt es noch den sehr wichtigen Trainings-Modus in dem detailliert alle Attacken und Techniken der einzelnen Pokémon erlernt werden können.

Nun noch zum letzten wichtigen, wie auch essenziellen Modus von Pokémon Tekken – dem Online-Multiplayer, der euch gegen Freunde und Fremde aus aller Welt antreten lässt. Für die meisten ist dies der wohl mitunter interessanteste Modus, auf den man heutzutage nicht mehr verzichten möchte. Für einen gut funktionierenden Multiplayer sind insbesondere das Ranking-System sowie eine gute Verbindung zu dem Gegenspieler das A und O und genau dies wurde überraschend gut umgesetzt. Zum überwiegenden Teil funktioniert der Multiplayer nach meinen Erfahrungen sehr zuverlässig.

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Kleine Extras runden das Gesamtpaket ab und sorgen für etwas Abwechslung zwischendurch. Durch Ingame-Währung lässt sich z. B. Kleidung für den eigens erstellten Charakter freischalten, damit man beim nächsten Kampf noch besser ausschaut. Natürlich darf auch die Unterstützung für amiibo’s nicht fehlen. Scannt ihr diese täglich ein, erhaltet ihr weitere Möglichkeiten um an die freischaltbaren Kleidungsstücke zu kommen. Sicher eine nette Sache für alle amiibo-Sammler.

Wertungskasten
Präsentation
7
Gameplay
8
Atmosphär/ story
6
Balance
9
Umfang
8