Fast 25 Jahre ist es her, als man mit Pizza Connection eine kulinarische Wirtschaftssimulation für Amiga und PC veröffentlichte, in welcher man ganz eigene Backwerke kredenzen durften. Nun schicken Assemble Entertainment und Gentlymad Studios den Nachfolger „Pizza Connection 3“ ins Rennen und fokussieren sich dabei auf altbewährte Stärken. Ob mit dem Titel nostalgisches Flair aufkommt und das Prinzip noch heute funktioniert?

Mit dem Pizza-Truck rund um die Welt

Erneut nimmt der Spieler die Rolle eines motivierten Pizzabäckers ein, der es sich zum Ziel gesetzt hat, eine Restaurantkette aus dem Boden zu stampfen. Da die Kundschaft auf der ganzen Welt verköstigt werden will, führt ihn sein Imperium quer durch Metropolen wie Sydney, New York, Rom, Berlin, Washington und London. Doch nicht nur die Sehenswürdigkeiten unterscheiden sich hier merklich, auch die Geschmäcker der Kunden variieren von Stadt zu Stadt. Eine Tatsache, die so manchen Pizzabäcker gerne mal vor knifflige Herausforderungen stellt.

Vom Truck zum Pizza-Imperium

In all dem Eifer der ersten Spielminuten, stellt man schnell fest, dass das Pizzabacken unwahrscheinlich gut von der Hand geht. An dieser Stelle greift der hübsch aufgemachte Pizzaeditor, mit dem man der eigenen Kreativität freien Lauf lassen und die Grundpizza mit immer neuen Belägen verfeinern kann. Doch bevor es ans große Backen geht, muss noch die richtige Einrichtung gefunden werden. Tische, Stühle und Dekoelemente schaffen nicht nur Platz für die Kundschaft, sondern erzeugen auch stets die richtige Atmosphäre. Während die Kundschaft ihre Bestellungen aufgibt, wird in der Küche mit Zutaten jongliert und auf dem Teig allerlei buntes an Belag verteilt bis ein fertiges Meisterwerk serviert werden kann. Ok, hin und wieder unterläuft schonmal ein kleines Missgeschick und man stellt fest, dass Obst und Fisch sich auf einer Pizza nicht ganz so gut vertragen. Doch wer in der Gunst des Gastes ganz weit oben stehen möchte, der sollte nicht nur Schmackhaftes auf den Teller zaubern, sondern zudem stets flink und zuvorkommend zugange sein. Natürlich hat guter Service und eine abwechslungsreiche Speisekarte auch seinen Preis. So lassen sich Lager zwar in unmittelbarer Umgebung anmieten, diese fallen jedoch entsprechend teuer aus. Und neben den Köchen wollen selbstredend auch die Kellner mit einem fairen Gehalt nach Hause gehen. Doch was bringt die beste Besetzung, wenn der Laden leer bleibt? So gilt es, zu überlegen, ob man in Fernsehspots investiert, um damit dem Geschäft nochmal einen ordentlichen Boost zu verschaffen.

Vorsicht vor der Konkurrenz

Und wer ein geübter Pizzabäcker sein will, der bekommt schnell ein Gefühl dafür, was dem jeweiligen Gast mundet. Bevorzugen Jugendliche eher die Salami-Variante, setzen Touristen auf exotische Kräuter. Studenten hingegen mögen es eher obstig und garnieren ihre Pizza gerne mal mit reichlich Oliven. Da der Geschmack der Zielgruppen fortwährend gleich bleibt, gewinnt der Spieler zwar schnell die nötige Routine, das Spiel büßt dafür jedoch einiges an Anspruch ein. Die Weltreise lässt den Spieler jedoch nicht nur in die kulinarischen Geschmäcker der heißesten Städte eintauchen, sondern dient zudem als ideale Einführung in das Spiel. So wird man mit immer neuen Missionen betraut, die eingebettet in eine nette Story, auch eine gewohnte Gangsteratmosphäre aufkommen lassen. So werden Mitbewerber gerne mal ausgeschalten, der gegnerische Laden durch Handlanger zertrümmert, Ungeziefer entsprechend platziert und damit die Weglaufkundschaft abgefangen. Wer es etwas friedlicher mag und mit seinen Kontrahenten nicht in den Ring steigen möchte, der darf sich dank der verschiedensten Modi auch einer friedlichen KI bedienen. Das ist auch garnicht so unklug, denn die Polizei ist selbstredend mit von der Partie, sodass so mancher Plan gerne mal nach hinten losgehen kann. Zwar mutet Pizza Connection in vielerlei Hinsicht nett an, erreicht aber zu keinem Zeitpunkt einen wirklichen Tiefgang. So hat man den alltäglichen Ablauf schnell inne, weiß die Stärken und Schwächen des Daily-Business zu nutzen und wird den spielerischen Anspruch vermissen. Immergleiche Kunden, durchschaubare Kontrahenten und eine Kampagne ohne wirkliche Überraschungen lässt über kurz oder lang Langeweile aufkommen. Hier ist gleich in mehrfacher Hinsicht deutlich Luft nach oben.

Kein grafisches Meisterwerk – dafür gewohnt niedlich

Hinsichtlich der Präsentation gewinnt Pizza Connection 3 zwar keinen Preis – das bunte Treiben in den Metropolen ist aber durchweg niedlich anzusehen. Ansonsten fehlt es leider hier und da an Details und die Kulisse wirkt nach einigen Spielminuten schnell generisch und abgegriffen. Die dazugehörige Jazzmusik bietet hier eine seichte und fröhliche Untermalung. Zwar werden auch hier keine ganz großen Geschütze aufgefahren, dafür bleibt der Sound aber auch nach längerer Spielzeit angenehm dezent im Hintergrund.

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