Es sind viele Jahre ins Land gezogen, seit 1999 spielerisch neue Maßstäbe gesetzt wurden. „Outcast“ präsentierte sich seinerzeit als wahrer Exot unter den Action-Adventuren und faszinierte Spiele-Enthusiasten nicht zuletzt durch eine schier endlose Spielwelt. Nun lädt Entwickler Appeal mit „Outcast: Second Contact“ zu einer Zeitreise der besonderen Art ein und gewährt erneut einen Blick auf den exotischen Planeten Adelpha. Ob das überirdische Konzept auch heute noch überzeugt oder der einstige Bombast in den Weiten des Alls verpufft?

Verschollen in fremden Gefilden

Die Szenerie von „Outcast: Second Contact“ ist deckungsgleich mit dem Original und ähnelt zunächst einem seichten B-Mobie. Just als ein wissenschaftliches Experiment im Weltraum in vollem Gange ist, steuert plötzlich eine fremde Lebensform auf die Sonde zu und erzeugt dabei ein schwarzes Loch, welches alles zu verschlingen droht. Im selben Moment öffnen sich die Pforten zu einem Paralleluniversum, das sogleich von einer Gruppe mutiger Wissenschaftler in Augenschein genommen wird. Der Spieler übernimmt dabei die verantwortungsvolle Rolle des US-Navy Commanders Cutter Slade, der das Expeditionsteam leiten und sicher auf die Erde zurückbringen soll. Doch auch an dieser Stelle geht erneut einiges schief und Cutter landet, abgeschirmt von seinen Kameraden, auf dem mysteriösen Planeten Adelpha. Die alienartigen Bewohner lassen nicht lange auf sich warten, glauben sie doch, ihren herbeigesehnten Retter begrüßen zu dürfen. Schließlich wird der Planet von einem bösartigen Herrscher Faé Rhân unterdrückt, dem sich bisher nur eine Handvoll Rebellen zu widersetzen wagten. Cutter bleibt keine andere Wahl, als die neugewonnene Rolle des herbeigesehnten Messias anzunehmen, um nicht nur seine Freunde wiederzufinden, sondern auch den Planeten vor dem Untergang zu bewahren.

Von quasselnden Aliens und mysteriösen Artefakten

Bereits kurz nach dem Erwachen auf der neuen Welt, wird man die polygonartigen Gebilde des Originals in Grundzügen wiedererkennen, während das erste Rudel euphorischer Aliens auf den Spieler einredet. Mit der weitläufigen Spielwelt offenbart sich sogleich das eigentliche Herzstück des Titels, welches schon damals für offene Münder vor dem heimischen PC sorgte. Separiert ist der beeindruckende Planet in sechs Areale, deren Flora und Faune nicht konträrer sein könnte, was sich vor allem in dem beeindruckenden Farbspiel darstellt. So führt es den Spieler über heißen Wüstensand, in einen glitschigen Sumpf, durch einen dichten Dschungel oder über eine eisige Schneelandschaft. Neben dem Sammeln von Ressourcen, Munition und Heilgewächsen, gilt es, vor allem Ausschau nach fünf heiligen Artefakten, auch „Mons“ genannt, zu halten, die maßgeblich für die Unterstützung seitens der Talaner sind. Selbstredend reicht Verhandlungsgeschick allein aber nicht aus, um auf Adelpha zu überleben, sondern erfordert stets die richtige Waffe im Gepäck. Neben einer Standartpistole samt Munition lässt sich ein ganzes Arsenal abwechslungsreicher Waffen kreieren, sofern die passenden Rohstoffe eingesammelt sind. Wenn auch vor allem die Zielfunktion samt Zoom beim Anvisieren der Gegner für Laune sorgen und auch die KI sehr viel flinker ausfällt als beim Vorgänger, endet so manche Schlacht in einem unübersichtlichen Gewusel.

Ein optischer Leckerbissen mit technischen Schwächen

Die deutlichste Überarbeitung erhielt vor allem die Grafik, die zwar nicht mit anderen Genregrößen mithalten kann, aber dennoch das Herzblut der Entwickler erkennen lässt. Texturen und Charaktermodelle fallen sauber aus und vor allem die Vegetation samt Witterungsbedingungen ist dank schöner Lichtspiele ordentlich in Szene gesetzt. Die orchestrale Musikuntermalung macht nach wie vor die besondere Stimmung der Szenerie aus und trägt nachhaltig zur Immersion bei. Die Sprachausgabe und Stimmen entstammen voll und ganz dem Original und präsentieren dem Spieler vorzeigbare Größen, wie beispielsweise Manfred Lehmann, der seine Stimme auch schon Bruce Willis geliehen hat. Wenn auch sich der Titel auf den ersten Blick in einem durchaus modernen Gewand präsentiert, macht sich der Zahn der Zeit doch vor allem auf der technischen Seite bemerkbar. So sind nervige Bugs leider keine Seltenheit und während Klettereinlagen gerne mal starr und unpräzise ausfallen, zeigen sich auch die Dialoge nicht immer synchron zur Lippenbewegung.

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