Im Jahr 2015 präsentierte Image & Form mit „SteamWorld Heist“ eine raffinierte Rundentaktik und schickte den Spieler in die Weiten des Weltraums. Nun legen die Entwickler mit “SteamWorld Dig 2“ nach und will erneut mit einem herrlich ausgefallenen Spielkonzept überzeugen. Ob das Spiel an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen kann oder bei den Spielern vielmehr auf Granit stößt?

Wo ist Rusty?

Wenn auch die Story unmittelbar an den Vorgänger anknüpft, ist sie ohne jedes Vorwissen zu verstehen. Der Spieler übernimmt die Rolle der liebenswürdigen Blechdame Dorothy, die bereits im ersten Teil einen bedeutenden Auftritt hatte. In einer kleinen Bergarbeiterstadt stellt sie mit Sorge fest, dass ihr Roboterkumpel Rusty nach seiner letzten Reise wie vom Erdboden verschluckt scheint. Sie ahnt, dass ihr Gefährte sich womöglich in einem gefährlichen Stollen befindet und zögert keine Sekunde lang. Mit Hacke und Lampe bahnt sie sich ihren Weg in den Berg, um ihren Freund endlich ausfindig zu machen.

Ein Pilzdorf inmitten geheimnisvoller Minen

Zwar könnte die Kulisse gegenüber des Vorgängers nicht konträrer ausfallen könnte, dennoch bleibt das spaßige Spielprinzip auch in SteamWorld Dig 2 erhalten und es wird in fröhlicher Manier gebuddelt und gebohrt. Mit einer Spitzhacke gräbt sich der Spieler durch verschiedenstes Gestein und erkundet verwunschene Minen in den Tiefen der Erde. Dabei gilt es, allerlei wertvolle Erze und Steine einzusacken, da diese an späterer Stelle von großem Nutzen sind. Da man sich nur durch bestimmte Gesteine buddeln kann, kommt hin und wieder auch ein Sprengsatzwerfer zum Einsatz, um den Weg fortzuführen zu können. Damit es nicht langweilig wird, sind sowohl die Unterwelt als auch die wenigen Level an der Oberfläche sehr offen gehalten und laden zum Erkunden ein. So gelangt der Spieler durch düstere Höhlen, niedliche Pilzwälder, lavagefüllte Berge oder festlich beleuchtete Tempelruinen. Wer die Augen offenhält, wird auf so manches geheime Gadget stoßen und kann sich an geheimnisvollen Schmieden die Taschen mit nützlichen Items füllen. So lassen sich mit einem Seilhacken Vorsprünge und schwer erreichbare Ebenen problemlos erklimmen, mit einem Granatwerfer Feinde ins Aus manövrieren oder mit einem Presslufthammer dicke Felsbrocken zerkleinern, um neue Bereiche auszukundschaften. Viele der gesammelten Items lassen sich an der Oberfläche bei freundlichen Robotern gegen Geld eintauschen, mit welchem sich wiederum nützliche Upgrades erwerben lassen. So können Spitzhacke, Rüstung oder Lampe nach Belieben verbessert und damit neue Bereiche zugänglich gemacht werden. Damit endlose Wege nicht mühsam zu Fuß zurückgelegt werden müssen, stehen dem Spieler immer wieder Transportröhren zur Verfügung, mit denen sich via Schnellreisesystem über die Karte reisen lässt.

Spieldesign: Weniger ist mehr

Optisch punktet das Spiel mit einem verspielten Design, welches trotz einfacher Animationen nicht besser auf das spaßige Spielkonzept zugeschnitten sein könnte. Auch der Soundtrack lässt während der steten Dauerbuddelei gute Laune aufkommen und wird durch die niedliche Fantasiesprache der Spielfiguren komplettiert. Auf eine richtige Sprachausgabe wurde zwar verzichtet, dieses Experiment hat sich aber bereits in so manchem 3D-Plattformer mehr als bewährt und unterstreicht das niedliche Setting hier einmal mehr.

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