TEST

Windscape

Präsentation
8
Spieldesign
7
Atmosphäre/Story
6
Balance
6
Umfang
7

Hinter den schützenden Mauern der Stadt wirkt die Immergrün Insel wie der ruhigste Ort der Welt. Umgeben von idyllischer Natur gehen hier die Bewohner ihrem alltäglichen Leben nach. Außerhalb der Mauern ändert sich der Eindruck jedoch schnell: Die einst friedlichen Kreaturen der Wälder scheinen wie besessen von einer dunklen Macht, außerdem scheint die Insel nach und nach zu zerfallen. Von Angst getrieben, verschanzen sich die Menschen also und hoffen auf ein Wunder. Kann die Insel und ihre Bewohner gerettet werden?

Bei Windscape handelt es sich um ein Indie-Spiel aus dem Hause Magic Sandbox. Der Entwickler, der das Spiel als Ein-Mann-Projekt auf die Beine gestellt hat, beschreibt es als eine Mischung aus RPG, Sandbox und First-Person Action-Adventure. Der Spieler findet sich in der Haut der jungen Protagonistin Ida wieder, die zu Beginn des Spieles noch entspannt auf dem Hof ihrer Eltern döst. Von ihrem Vater in die Stadt geschickt, begibt sie sich ohne es zu wissen auf ein Abenteuer und versucht dem Geheimnis der Insel auf die Schliche zu kommen. Die Welt von Windscape besteht aus mehreren kleinen Inseln, die am Himmel schweben. Jede von ihnen ist anders gestaltet, von der wäldlichen Umgebung der Immergrün Insel, über die sandigen Dünen der Maaki-Wüste, bis hin zu der glühenden Lava von Tambora, verschlägt es den Spieler an die unterschiedlichsten Schauplätze. Die Inseln sind dabei alle mit einer liebevollen Grafik ausgestattet und zahlreiche Details warten an jeder Ecke. Neben den oberflächlichen Welten der Inseln gilt es außerdem einige Dungeons zu erkunden. Gefüllt mit Monstern stellen sie den Spieler auf die Probe und winken mit zahlreichen Belohnungen für erfolgreiche Kämpfe. Fans von The Legend Of Zelda: The Wind Waker könnten mit Windscape ebenfalls auf ihre Kosten kommen, denn das Spiel erinnert optisch sehr an den Klassiker von Nintendo.

Looten was das Zeug hält

Kämpfen und Looten sind die Hauptbeschäftigungen, die Windscape bietet. Auf den Inseln wachsen einige Nahrungsmittel, die später am Feuer zu Gerichten verarbeitet werden können. Es stehen mehreren Waffentypen zur Auswahl bereit, die von Schwert und Schild über Pfeil und Bogen bis hin zu Magie reichen. Alle Waffen können hierbei selbst aus dem erhaltenen Loot von Gegnern gecraftet werden. Hierfür stehen an ausgewählten Orten unterschiedliche Crafting-Stationen bereit. Auch das Herstellen von Tränken ist an Alchemie-Tischen möglich. Der einzige Kritikpunkt beim Lootsystem von Windscape: die meisten Ressourcen erhält man bereits durch das einmalige Besiegen von Gegnern, die man im Verlauf der Story besiegen muss, um Fortschritt zu machen. So bleibt das Gefühl aus, dass die Ressourcen wirklich wertvoll sind und man sich diese erst hart erarbeiten muss.

Schlichtes Kampfsystem, fordernde Bosse

Das Kampfsystem von Windscape ist sehr schlicht gehalten und benötigt keine gut durchdachte Taktik. Es handelt sich um ein klassisches Action-Kampfsystem, wobei jede Aktion einen zugeteilten Button besitzt. Das Aufladen von Angriffen ist ebenfalls möglich, um mehr Schaden zu machen. Nach kurzer Zeit lassen sich Angriffsmuster der Gegner erkennen und das Taktieren fällt dementsprechend leicht. Außerdem blockt der Schild, der beim Verwenden eines Schwertes zum Einsatz kommt, alle Angriffe ab. Das bedeutet aber nicht, dass vor allem die Bosskämpfe keine Herausforderung darstellen. Besondere Gegner haben zudem oft Resistenzen gegen bestimmte Waffen, so dass der Spieler zum Verwenden aller Waffen gezwungen ist. Dies ist aber alles andere als negativ, da alle Waffentypen Spaß mit sich bringen. Etwas schade: Häufig buggen sich Gegner in Wänden oder an Gegenständen fest, was die Kämpfe natürlich entsprechend vereinfacht. Außerdem respawnen getötete Mobs bereits nach relativ kurzer Zeit wieder am gleichen Ort, was manchmal etwas nervig sein kann. Auch wirken die Kämpfe gegen normale Mobs meist sehr statisch.

Lineare Story

Die Welt von Windscape wirkt auf den ersten Blick sehr belebt und vor allem die Städte sind gefüllt mit NPCs. Die Bewohner wurden mit einer eigenen Sprache ausgestattet und kommunizieren so auch akustisch mit dem Spieler. Das Problem hierbei: die Charaktermodelle sehen fast alle gleich aus und auch die Dialogoptionen sind meist sehr flach geschrieben. So kommt es, dass keine wirkliche Bindung zu den Bewohnern der Inseln oder auch der Protagonistin Ida aufkommen mag. Nichts destotrotz macht die Story Spaß und neugierig. Sie unterhält gut und lässt keine Langeweile aufkommen. Ein schönes Detail ist außerdem, dass einige Anspielungen auf andere Rollenspiele zu finden sind. Das Spiel speichert automatisch an großen, totemähnlichen Säulen. Hier füllen sich auch immer die HP des Spielers wieder auf. Windscape bietet einige Stunden Spielspaß, hauptsächlich durch das Verfolgen der Hauptquest. Nebenmissionen gibt es nur wenige. Dadurch ist Windscape sehr gut zwischendurch spielbar, anders als die meisten RPGs, was es perfekt macht für eine Konsole wie die Nintendo Switch.

Meinung

Insgesamt ist Windscape ein gelungener Indie-Titel. Eine liebevoll gestaltete Welt mit vielen Facetten lädt zu einigen Stunden Spaß ein. Das Spiel ist nicht perfekt und bietet zwar nicht die größte Herausforderung, unterhält aber über die Spielzeit hinweg gut und hat einen eigenen Charme. Für Fans von RPGs und Action Adventures ist es durchaus einen Blick wert. Durch seine eher kurzlebigen Quests kann es auch mit wenig Zeit gespielt werden und benötigt keine intensive Beschäftigung wie die meisten RPGs. Windscape ist somit eine Art Mini-Rollenspiel, was auch ohne Skillsystem sehr gut funktioniert.

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