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Mario Party Superstars

Mario Party stand früher für lokalen Mehrspieler-Spaß (und Frust) in der Königsklasse – zwischenzeitlich musste Marios Maskottchen auf dem Spielbrett allerdings Federn lassen. Mario Party Superstars will dabei zurück zu den Wurzeln und bedient sich dabei großzügig an den ersten fünf Ablegern. Ist es das “Reboot” auf das alle Fans gewartet haben, oder doch ein verzweifelter Versuch auf der Welle der Nostalgie zu reiten?

Back to the roots!

Remasters, Remakes, Reboots – alte Spiele im neuen Gewand sind in aller Munde und das nicht erst seit gestern. Nintendo geht mit Mario Party Superstars einen ähnlichen Weg: Im neuesten Brettspielabenteuer rund um den ikonischen Klempner bekommt ihr eine Art Best-Of der ersten fünf Teile der Reihe. Das Ganze wird natürlich nicht einfach nur emuliert, sondern alle Bretter und Minispiele wurden sowohl grafisch, als auch spielerisch, überarbeitet und an heutige Standards angepasst. Um einmal vorwegzugreifen: Dieser Versuch ist auch durchaus gelungen. Dem Spiel merkt man sein “Kernalter” wirklich nicht an. Nun muss man auch zugeben, dass Mario Party es im letzten Jahrzehnt auch nicht besonders einfach hatte. Wirklich schlecht waren die Spiele objektiv zwar nie, jedoch konnten sie alteingesessene Fans im Großen und Ganzen nicht mehr so sehr überzeugen wie noch zur Nintendo-64- und Gamecube-Ära. Aber genug zur Historie.

Alte Besen kehren gut

Ich könnte euch jetzt bis ins kleinste Detail erzählen, worum es im in Mario Party Superstars geht, seien wir aber mal realistisch: Es gibt keine groß nennenswerte Story und das Mario Party-Prinzip sollte auch kein Geheimnis mehr sein. Kurz und knapp: Ihr wollt der Superstar sein – um eben dieser zu werden, müsst ihr euch gegen eure Gegner durchsetzen. Jedoch nicht auf dem Schlachtfeld oder der Rennstrecke, sondern auf fünf ausgewählten Spielbrettern. Dabei gilt es die meisten Sterne zu sammeln, diese kauft ihr euch durch Münzen, diese wiederum bekommt ihr entweder durch Glück (immerhin könnt ihr die Würfel, außer durch Items, nicht beeinflussen) oder durch euer Können, indem ihr siegreich aus einem der 100 Minispielen hervor geht. Ich persönlich würde das Spielprinzip mit “Old but Gold” beschreiben. Bestreiten könnt ihr eure Partys entweder gegen im Schwierigkeitsgrad anpassbare KI-Gegner, oder aber gegen reale Personen – sowohl lokal als auch online. Ich denke wir wissen alle, dass das Spiel sein volles Potenzial im Multiplayer entfaltet. Neben den klassischen Spielbrettern steht spielerisch auch noch der Minispielberg zur Verfügung. Dieser bietet neben verschiedenen Variationen der bekannten Minispiele auch einige “größere” Minispiele, wie etwa Sportspiele. Der Berg stellt mit Sicherheit nicht das Herz des Games dar und ist nichts besonders Neues, eine nette Ergänzung ist er aber allemal.

Ein Upgrade zum Vorgänger

Nun ist Mario Party Superstars nicht das erste und/oder einzige Mario Party auf der Nintendo Switch. Selbstverständlich muss es sich da auch mit Super Mario Party messen. Ob die Minispiele nun besser oder schlechter sind, ist natürlich vor allem subjektiv – objektiv gut finden kann man aber auf jeden Fall, dass (nicht wie beim Vorgänger) auch Besitzer der Nintendo Switch Lite in den Genuss kommen können. Logischerweise werden die 100 ausgewählten Minispiele, wie früher eben auch, mit Knöpfen und Sticks gesteuert. Nun könnte man meinen “Wozu braucht man auf der Lite denn Mario Party, man kann es ja eh nicht zusammen am TV spielen?”. Da kommen wir aber zum nächsten Pluspunkt dem man Big N anrechnen darf: Wir haben endlich einen brauchbaren, guten und zu Ende gedachten Online-Mehrspieler-Modus. Egal ob ihr mit Freunden, oder zufälligen Mitspielern aus aller Welt, spielen wollt, ihr könnt all das nun relativ einfach realisieren. Dabei könnt ihr euch mit Hilfe von Stickern (kurzen, vorgefertigten Nachrichten) zumindest grob mit euren Mitspielern verständigen. Was die Server angeht solltet ihr, trotz merkbarer Verbesserungen, keinen Quantensprung in der Verbindungsqualität erwarten. Aber auch hier hat Nintendo (bzw. das Entwicklerstudio NDcube) mitgedacht: Wenn beim Vorgänger ein*e Mitspieler*in aus der Runde geflogen ist (was leider nicht unüblich war), wurde das Spiel für alle beendet und es musste alles von vorn begonnen werden. Bei Mario Party Superstars hingegen ist es so, dass der Spielende mit dem Disconnect kurzerhand von einer KI übernommen wird und im Anschluss rejoinen kann.

Partyspaß für die ganze Familie… ohne Haken?

Nun kann man sicherlich festhalten, dass Mario Party Superstars für “Couch-Coop-Supreme” steht, dabei muss man aber leider auch einen unschönen Haken ansprechen: den Inhalt. Versteht mich nicht falsch, die Switch-Knobelei ist mit Sicherheit nicht leer und inhaltslos, ABER es geht definitiv mehr. Fünf Bretter sind nicht “Nichts”, aber 1-2 Bretter mehr hätten dem Spiel sicherlich gut getan. Auch 100 Minispiele sind faktisch auf jeden Fall nicht zu wenig, leider musste ich nach vielen Runden feststellen, dass ich den Großteil der Spiele nicht gesehen habe, sich andere aber quasi jede Partie wiederholt haben. Eventuell ist hier beim Algorithmus noch Luft nach oben – ganz ausschließen, dass ich einfach nur viel Pech hatte, kann ich aber natürlich auch nicht. Ein Punkt über den man sicherlich hinwegsehen kann, der mich allerdings erstaunlich sehr stört, ist die Charakterauswahl. Die zehn spielbaren Charaktere sind zwar die Must-Haves in einem Mario-Spiel, allerdings hätten wir uns hier noch ein wenig mehr Abwechslung gewünscht. Die Spielereihe Mario-Kart zeigt ja auch, dass es durchaus möglich wäre – ich meine, wo ist mein Diddy Kong? Aber wie gesagt, in meinen Augen tut das dem Ganzen keinen wirklichen Abbruch.

Ihr seht, ihr bekommt eben das, was man hier auch erwartet: ein grandioses Party-Spiel für Jung und Alt, das für viele gemeinsame Abende voller Spaß (und Frust) sorgen kann! Möge der Bessere (oder Glückspilz) gewinnen!

Meinung

Alles in allem ist Mario Party Superstars ein zwar nicht perfektes, aber sehr gutes Spiel und sicherlich auch weiterhin König auf dem Thron der Partyspiele. Sicherlich gibt es hier und da Dinge die man noch verbessern kann und sollte, insgesamt macht der Titel allerdings eine gute, grundsolide Figur und hat zumindest in mir große Hoffnung in einen möglichen nächsten Teil der Reihe entfacht. Endlich hat NDcube den Weg zum Erfolgskonzept von Mario Party wieder entdeckt. Das Ganze als nächstes mit gänzlich neuen Minispielen, Brettern und einer größeren Auswahl an Charakteren und kleineren Anpassungen beim Glücksfaktor, lässt mich in eine rosige Zukunft blicken!
Präsentation
9
Spieldesign
8
Atmosphäre/Story
6.5
Balance
7
Umfang
7

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