Mit „Batman: Arkham Asylum“ erschien 2009 ein langersehnter Stern am Konsolenhimmel, welcher den Zockern die Möglichkeit bot, mit der heldenhaften Fledermaus im düsteren Gotham City aufzuräumen. Fast 10 Jahre späte rücken Insomniac Games mit „Marvel’s Spider-Man“ die freundliche Spinne ins Rampenlicht und laden den Spieler dazu ein, den finsteren Mächten Manhattan’s Einhalt zu gebieten. Eine butterweiches Gameplay samt aufgepeppter Story wurde von den Entwicklern versprochen. Wir haben den Wandkrabbler unter die Lupe genommen und verraten im Test, ob Peter Parker als Spinne noch immer eine gute Figur macht.

Zwischen Erwachsenwerden und Heldentum

Peter Parker ist mittlerweile 23 Jahre alt und hat mit dem ein oder anderen Problem des Erwachsenwerdens zu kämpfen. Noch immer geht er seiner Berufung als hilfsbereite Spinne voller Leidenschaft nach und hat schon den ein oder anderen Schurken in seine Gefängniszelle befördert. Doch ein solcher Heldenstatus hat auch seine Schattenseiten, was sich vor allem an Peters Privatleben zeigt. So hat Freundin Jane erst kürzlich das Handtuch geschmissen, um nicht tagtäglich um ihren Freund bangen zu müssen. Nebenbei arbeitet Peter noch im Labor des brillanten Dr. Octavius, dessen Handwerk leider von mäßigem Erfolg gekrönt ist, sodass Peter regelmäßig mit der Miete hinterherhinkt. Als hätte der idealistische Protagonist damit nicht schon genug zu tun, legt sich ein dunkler Schatten über die Stadt. Der Bösewicht Mr. Negative ist auf der Bildfläche erschienen und hat nichts Gutes im Sinn.

Mit rasantem Tempo über die Dächer von Manhattan

In Sachen Gameplay geht Marvel’s Spider-Man zwar seinen eigenen Weg, einzelne Parallelen zu der Fledermaus sind jedoch nicht von der Hand zu weisen. Dank der nie endenden Netzflüssigkeit steht vor allem das Schwingen im Zentrum der Fortbewegung. Die Schwungeinlagen entpuppen sich als wahres Highlight und verschaffen dem Spieler einen immer neuen Adrenalinkick, wenn das Spinnchen mit jedem Mal höher in die Lüfte geschossen wird. Dank der butterweichen Steuerung gehen die Bewegungen fließend von der Hand, sodass man bereits mit wenig Übung galant über die Häuserdächer manövriert wird. Abgerundet mit flotten Richtungswechseln und Parcours-Einlagen entpuppt sich das Gameplay zu einem Schauspiel, an dem man sich selbst nach mehreren Spielstunden noch nicht sattgesehen hat. Die eingebauten Schleichpassagen bieten eine willkommene Abwechslung und laden dazu ein, Gegner aus dem Hinterhalt zu attackieren.

Geht es um die Beseitigung von Gegnern, zeigt sich die Spinne nicht mehr ganz so freundlich und beweist in eindrucksvollen Prügeleinlagen, dass man sich nicht mit ihr anlegen sollte. Auch in diesem Punkt kommt Spidey die Netzflüssigkeit zu Hilfe, mittels derer sich Feinde mit einem Handgriff greifen und in Spinnenmanier durch die Luft wirbeln lassen. Als besonders nützlich erweist sich auch der ausgeklügelte Spinnensinn von Spiderman, der bei möglichen Angriffen frühzeitig Alarm schlägt. Mit steigenden Erfahrungswerten werden die Fähigkeiten von Spidey zudem zunehmend gestärkt. So lassen sich gesammelte Punkte so einsetzen, dass man in dem dreigeteilten Skillbaum die Bereiche Angriff, Gesundheit oder Kontern verbessern kann und sich damit seinen ganz eigenen Spinnenmann erschafft.

Erkunde in abwechslungsreichen Missionen die Wahrzeichen Manhattan‘s

Für das richtige Maß an Abwechslung kommt „Marvel’s Spider-Man“ mit einem großen Blumenstrauß verschiedener Nebenmissionen daher. So gilt es beispielsweise, allerhand versteckte Rucksäcke mit nützlichen Items einzusammeln, Verbrechernetzwerke zu zerstören, Tauben einzufangen, Geiseln zu retten und dabei zahlreiche Token einzuheimsen. Dabei ist Manhattan mit seinen belebten Straßen und Hotspots so lebensecht nachempfunden, dass man das Gefühl bekommen kann, in einem interaktiven Film mitzuspielen. Zwischen den Häusern schlängeln sich Massen an Menschen, die in den zahlreichen Geschäften verweilen, sich mit dem bunten Treiben vermischen oder dem Helden sogar hin und wieder zujubeln. Freunde des Sightseeings kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten und erleben nicht nur eindrucksvolle Panoramen, sondern können Wahrzeichen wie dem Central Park oder dem Times Square sogar einen Besuch abstatten.

Ein wahrer Grafikbombast

Optisch glänzt der Titel mit einer unvergleichlichen Grafik, die derzeit auf der Playstation 4 ganz neue Maßstäbe setzt. Eine perfekte Kameraführung sowie ein ruckelfreies Gameplay während rasanter Schwungeinlagen setzen der cineastischen Aufmachung noch einmal die Krone auf. Der Spieler darf sich nicht nur an einer beeindruckenden Weitsicht erfreuen, sondern wird immer wieder innehalten, wenn die Licht- und Schattenspiele bei aufgehender Sonne für nahezu magische Momente sorgen. Sämtliche Texturen sind messerscharf und die Mimiken der Charaktere so lebensecht, dass sie wie ein offenes Buch zu lesen sind.

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