TEST

Paper Mario – The Origami King

Ein neues faltastisches Abenteuer für den Super-Klempner

Vor rund 20 Jahren begann mit dem N64-Titel „Paper Mario“ eine besondere RPG-Ära für den wagemutigen Klempner. Nun, rund zwei Jahrzente später, veröffentlichte Nintendo am 17. Juli 2020 mit „Paper Mario: The Origami King“ ein neues Mario der Reihe in einer charmanten Falt-Optik. Ob auch dieser knittrige Action-Adventure-Plattformer überzeugen kann oder ob das Origami-Universum zu einer Zerreißprobe für den Spieler wird, lest ihr in unserem folgenden Test.

Story: Ein knittriger König und seine fiesen Pappmache-Verbündeten

Die Geschichte von „Paper Mario: The Origami King“ ist schnell erzählt und dient, wie man es von Super Mario kennt, eher als schmückendes Beiwerk. Mario und Luigi wurden von Prinzessin Peach höchstpersönlich zu dem legendären Origami-Fest eingeladen und düsen mit ihren Karts Richtung Schloss. Doch der verschlagene Origami-König Olly verfolgt seine eigenen finsteren Pläne und hat Prinzessin Peach in eine wehrlose Falt-Figur verwandelt und entführt. Die Abgesandten Bowsers wurden ebenfalls mit einem Zauber belegt und stellen sich den beiden Klempnern nun in Form von bösartigen Papier-Schergen in den Weg. Mario schließt kurzerhand einen Pakt mit Ollys kleiner Schwester Olivia und durchstreift die weitläufige Papp-Welt, um den Zauber des Origami-Königs endgültig zu brechen.

Mit geballten Papierfäusten in die Arena

Die Kampagne erstreckt sich in „Paper Mario: The Origami King“ über 30 Spielstunden, in denen der Spieler sich in gewohnter Mario-Manier mit Koopas, Gumbas und anderem Getier herumschlägt. Die offene Spielwelt wurde in Form einer kreativen Papp-Kulisse samt fünf verschiedenen Themenbereichen designt. So erwarten den Spieler weitläufige Eislandschaften, dichte Wälder, labyrinthartige Level sowie düstere Dungeons. Als besonders praktisch erweist sich zudem die Schnellreisefunktion, mit der der Spieler bereits absolvierte Level bereisen und einzelne Sidequests erledigen kann.

Sollte sich der Spieler doch einmal mit den Schergen des Origami-Königs auseinandersetzen müssen, so kommt auch in „Paper Mario: The Origami King“ ein einzigartiges Kampfsystem zum Einsatz. Bei jedem Duell wird Mario in eine Art Arena entführt, in der sich die Gegnerscharen auf Ringen rund um Mario anordnen. Nun ist es an dem Spieler, den Superklempner sowie seine Gefährten so zu formieren, dass die Feinde mittels Sprung-Combos, Schlägen und Tritten ausgeknockt werden. Zu dem gegnerischen Gesindel gehören beispielsweise übergroße Kleberollen, riesige Papp-Mache-Soldaten sowie Papier-Buu-Huus. Sofern der Spieler in der Arena erfolgreich war, wird der Sieg feierlich zelebriert und Mario darf sich nützliche Belohnungen und Extras in die Tasche stecken. Wenn auch dieses innovative Spielprinzip zunächst sehr spannend erscheint, so mangelt es dem Kampfsystem jedoch an dem richtigen Anspruch. So stellt sich sehr schnell Routine ein und es ist für geübte Spieler ein Leichtes, Mario samt Gefolge richtig zu positionieren. Eine willkommene Abwechslung bieten an dieser Stelle die knackigen Bossgegner, deren Schwachpunkte sich nicht immer ganz einfach ermitteln lassen. So ist schon die richtige Kampfstrategie gefragt, um die die stattlichen Gegnerbrocken auch ins Aus manövrieren zu können.

Kreativ und technisch einwandfrei

Sofern der fleißige Klempner einmal nicht mit Papp-Mache um sich werfen sollte, muss er sich an dem ein oder anderen Rätsel versuchen. So gilt es, eine Vielzahl freundlicher Toads aufzuspüren, die eigenen Denkfähigkeiten im Memory zu beweisen, mit einem Papp-Schiffchen über den Fluss zu schippern oder einem hungrigen Kettenhund einen schmackhaften Knochen zu servieren. Leider werden die Rätsel zum Teil so ausführlich erklärt, dass der eigentliche Kniff verloren geht und demnach der Anspruch entsprechend sinkt. Freunde kniffliger Rätsel-Passagen werden sich demnach zuweilen nicht ganz gefordert fühlen. Optisch erweist sich „Paper Mario: The Origami King“ als ansehnliches Meisterwerk, sodass der Spieler unweigerlich das Gefühl erhält, in einer aus Papier und Pappe kreierten Spielwelt zu wandeln. Sowohl die Gegner als auch die Rätsel sind perfekt in die gefaltete Kulisse eingebettet und auch die Animationen unterstreichen das Setting perfekt. Abgerundet wird „Paper Mario: The Origami King“ durch einen stimmungsvollen Soundtrack, der perfekt auf die einzelnen Sequenzen zugeschnitten ist.

Meinung

Mit „Paper Mario: The Origami King“ liefert Nintendo einen unterhaltsamen Plattformer, der an dem Konzept des Vorgängers anknüpft und dieses durch frische Ideen bereichert. Es macht wirklich Laune, in der gefalteten Papierwelt nach versteckten Schätzen zu suchen und die liebevoll eingebundenen Minispiele zu absolvieren. Leider mangelt es vor allem dem Kampfsystem an dem notwendigen Anspruch, sodass selbst Einsteiger die Gegnerscharen problemlos ins Jenseits befördern können. Hier hätte den Nintendo den Schwierigkeitsgrad zweifelsohne noch ein wenig anziehen dürfen, um auch Pros noch die richtige Herausforderung zu bieten. Auch die Rätseleinlagen sind zuweilen mit zu vielen Hilfestellungen versehen, sodass den Knobelspielen der eigentliche Kniff verlorengeht. In technischer Hinsicht können wir wiederum nichts an „Paper Mario: The Origami King“ bemängeln, da das Spiel förmlich vor kreativen Ideen übersprudelt. Alles in allem setzt „Paper Mario: The Origami King“ zwar keine neuen Maßstäbe im Universum der Mario-Titel – allerdings dürfen sich Spieler auf ein farbenfrohes sowie seichtes 2D-Adventure in gewohnter Klempner-Manier freuen.
Präsentation
9
Spieldesign
9
Atmosphäre/Story
8
Balance
7
Umfang
8

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