Fast acht Jahre ist es her, dass Runnerin Faith in „Mirror’s Edge“ galant die Dächer, Zäune und Vorsprünge erklommen hat und einen Parkour der Extraklasse auf die Konsolen holte. Nun ist die Heldin in Turnschuhen zurück und nimmt in dem neuen Ableger „Mirror’s Edge Catalyst“ von Entwickler Digital Illusions CE (DICE) für die PlayStation 4, Xbox One sowie den PC erneut Anlauf. Ob auch den Spielern ein Adrenalinkick garantiert ist?

Wenn Rennen zur Leidenschaft wird

Mit „Mirror’s Edge Catalyst“ liefert DICE zugleich einen kleinen Neustart der Serie. Im Zentrum des Geschehens ist wieder Faith. Bereits früh hat sie ihre Eltern verloren und wurde seitdem von Ziehvater Noah aufgenommen, der zugleich auch Anführer der Runner ist, einer Gruppe, die sich gegen das totalitäre Regime aufbäumt. Auf ihrer Reise lernt Faith eine Reihe skurriler und sympathischer Charaktere kennen, die sie tatkräftig dabei unterstützen, dem Geheimnis um Codename „Reflection“ auf die Spur zu kommen.

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Epische Runs – langweilige Kämpfe

Das Spielprinzip wurde grundlegend beibehalten. Auch in dem neuen Teil dreht sich alles um Geschwindigkeit und Adrenalin. Im Rausch der Bewegung sprintet der Spieler mit Faith über die Dächer, rempelt nervige Gegner um oder rutscht durch Rohre hindurch. Dabei scheint nichts unmöglich. Akrobatische Sprünge, Slides und blitzschnelle 180°-Drehungen lassen Faith sogar an Wänden entlanglaufen oder per Doppelsprung galant über schwindelerregende Abgründe hinweggleiten.

Wer sich abseits der Hauptmission noch etwas austoben möchte, kann sein Können in zahlreichen Nebenmissionen unter Beweis stellen. So gilt es, Kurieraufträge zu erledigen, Zeitläufe zu bewältigen oder Ausschau nach gut versteckten Sammelobjekten zu halten. Eine tolle Herausforderung sind auch die Community Runs. Mittels eines Editors lassen sich Checkpunkt-Rennen erstellen, um sich mit anderen Spielern zu messen und neue Moves freizuschalten.

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Wenn eine ganze Stadt zum Parkour wird

Grafisch ist „Mirror’s Edge Catalyst“ dem eigenwillig-reduzierten Grafikstil des Vorgängers treu geblieben.
Wenn auch die Farbe Weiß eindeutig dominiert, heben sich die einzelnen Stadtteile elegant voneinander ab und vereinen sich zu einem Areal, das pure Freiheit verspricht. Auch die Akustik sorgt auf allen Systemen für das richtige Spielgefühl. So unterstreichen tolle Atmosounds, wie quietschende Schuhe oder Möwengeschrei den dezenten Soundtrack und werten das Gameplay gekonnt auf.

Trotz spürbarer Verbesserungen mutet das Spielgefühl an einigen Stellen nach wie vor etwas dröge an. So fällt insbesondere das Kampfsystem sehr langweilig aus, da die Gegner sich mit den immer gleichen Tricks ausknocken lassen und keine große Anstrengung erfordern.

Wertungskasten
Präsentation
8
Spieldesign
8
Atmosphäre/Story
6
Balance
6
Umfang
7
Freie Redakteurin