Wird G2 die EU das erste Mal seit 2011 in ein Finale führen oder wird sich das letzte verbleibende chinesische Team die Möglichkeit auf den Titel offen halten?

Wenn uns die diesjährigen World Championships eines gelehrt haben, dann, dass alles möglich ist. In den Rankings hoch angesiedelte Teams sind bereits in der Gruppenphase ausgeschieden, die Dominanz der koreanischen Teams, von denen keines das Halbfinale erreicht hat und die 2018 die schlechtesten Worlds seit ever gespielt haben, scheint gebrochen und drei Teams aus den westlichen Regionen spielen um den Einzug ins Finale.

Und während invictus Gaming über einen längeren Zeitraum hinweg konstante Leistungen in der Liga und auch international erbracht hat, überraschte es einige, dass gerade G2, als 3rd seed der EU und im Kampf durch die Play Ins überhaupt für die Gruppenphase qualifiziert, es so weit in diesem Turnier geschafft und im Viertelfinale sogar RNG bezwingen konnte.

Dabei zeigt G2 in ihren beeindruckenderen Spielen, wie gut sie sowohl als Team funktionieren als auch wo die Stärken einzelner Spieler wie Perkz und Wunder, der bereits dreimal Player of the Game wurde, liegen. Leider schleichen sich aber immer wieder individuelle Fehler ein, die man vom Team bereits in den Splits dieses Jahr beobachten konnte. Gerade Jankos im Jungle zeigt eine schwankende Leistung und seine Fehler im Spiel gegen Phong Vu Buffalo kosteten G2 letztendlich sogar einen möglichen Sieg. Gegen invctus Gaming darf so etwas nicht passieren, denn das in Teamfights starke Team ist schnell damit, solche Fehler zu bestrafen und sich uneinholbare Vorteile zu holen. Mit Ning gibt es aber auch auf der Seite von iG einen Jungler, der über das Turnier hinweg schwankende Leistungen erbracht hat. Entweder hui oder pfui.

Zwei Teams auf Augenhöhe

Auf den Solo Lanes treffen individuell starke Spieler aufeinander, deren Aufeinandertreffen entscheidend von den Picks beeinflusst werden wird. Sowohl Wunder vs. TheShy als auch Perkz vs. Rookie, von denen die Chinesen beide in der Bestenliste der Spieler dieses Turniers vertreten sind, treffen sich auf Augenhöhe. Wer die Oberhand bekommen wird, ist offen. Auf der Bot Lane steht Hjarnan mit einer KDA von 12% zwar unangefochten auf Platz 1 in diesem Spiel, jedoch dürfte diese zu einem großen Teil seinen beiden herausragenden Spielen auf Heimerdinger mit geschuldet sein. Diesen werden wir in diesem Finale mit Sicherheit nicht sehen. Die Wildcard des Teams, Baolan, und der aggressiv spielende JackeyLove haben gute Voraussetzungen, auf der Bot Lane den Ton anzugeben. Wer letztendlich bei in beiden Teams gern gespielten Split Pushs überlegen sein wird, wird sich zeigen, jedoch hat iG den Vorteil, dass sie auch hart pushen können.

Im Gegensatz zu früheren Turnieren und Metas wurden während dieses Turniers diejenigen Teams belohnt, die eine offensivere Spielart an den Tag legten. Aggressivere und schnellere Spiele waren die Folge. Gerade im Viertelfinale von invictus Gaming gegen kT Rolster konnte man jedoch gut sehen, wie Letztere durch das langsame und kontrollierte Spiel sowie das Unterbrechen des Early Games für iG einen 0:2-Rückstand aufholen konnten, in dem iG die Kontrolle über das Spiel vollkommen abgab. Dazu wird G2 vermutlich nicht in der Lage sein: Während iG vor allem auf das Early Game setzt, liegt G2s Stärke im Mid bzw. Late Game. Auch im Makrospiel und in den Rotationsentscheidungen gibt es keinen klaren Favoriten.
Dass G2 aber den nötigen Kampfgeist besitzt, auch in schwierigen Situationen siegreich zu sein, haben sie bereits während des Turniers bewiesen. So konnten sie nicht nur im Spiel gegen die Flash Wolves, in dem sie ein durchgängiges Golddefizit hatten, als Sieger hervorgehen, sondern behielten auch im aufreibenden 3:2 endenden Viertelfinale gegen RNG die Nerven.

Obwohl wir iG durch eine leicht konstantere und flexiblere Spielweise vorne sehen, bleibt der Schuster bei seinen Leisten und wir drücken G2 die Daumen zu einem Sieg, das mit einem 3 – 2 enden wird.

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