Totgeglaubte leben länger! Unter diesem Motto schaffte es der Hersteller von Gaming–Zubehör Mad Catz im Rahmen der gamescom seine neue Generation an Hardware der Fachpresse zu zeigen. Wir waren dabei und verraten euch, worauf man sich in Zukunft freuen kann.

Während es im März 2017 noch recht schlecht für Mad Catz aussah, dürften mit der neuen Generation an Gaming-Zubehör vielleicht wieder bessere Zeiten anstehen. Doch schauen wir zuerst in die Vergangenheit. So begann die Geschichte des Unternehmens im Jahre 1989 mit dem Verkauf von Speicherkarten, Kabeln, Kopfhörern und anderem Zubehör. Der erste größere Erfolg kam schließlich im Jahre 2000, als auf der E3 ein Lenkrad für die PlayStation als bestes Zubehör der Messe auszeichnet wurde. In den folgenden Jahren erschien weiteres Zubehör für SEGAs Dreamcast, Nintendos GameCube und GameBoy Advance sowie die PlayStation 2 und Xbox.

Das Geschäft verlief gut, so dass im 2007 Mad Catz Joytech und Saitek kaufte, um sich zu diversifizieren und weitere Märkte zu erschließen. Dies funktionierte im großen Maße und verschaffte dem Unternehmen vermehrt die Möglichkeit, Kooperationen auch mit größeren Spielen und Unternehmen einzugehen. So folgten eigene Controller für CoD: MW 2, CoD: BO, Zubehör für Rock Band 3 und ein Sponsorship mit Major League Gaming. Das Unternehmen konnte sich erneut erweitern und schluckte TRITTON, ein amerikanisches Unternehmen spezialisiert auf die Produktion von Kopfhörern.

Daraufhin kamen die ikonischen R.A.T. Gaming-Mäuse auf den Markt, welche unter anderem von IGN als „bestes PC Accessoire 2010“ ausgezeichnet wurden. Aufgrund dessen konzentrierte sich das Unternehmen, neben einigen weiteren Kooperationen, gezielt auf PC-Zubehör und startete mit seinem „GameSmart“ Programm eine Initiative für kabelloses Zubehör mit größerer Batterie und einfacherer Einrichtung als bisher.

Nach Entwicklung einer eigenen Android-Konsole in 2013, welche jedoch nicht genug anklang fand, begann das Unternehmen vermehrt mit der Förderung von eSport zur Vermarktung, was allerdings nicht den erhofften Erfolg brachte und neben niedrigen Verkaufszahlen von Zubehör, wie auch zu Spielen wie Rock Band 4 und Star Citizen, das Unternehmen zwang in 2016 Saitek an Logitech zu verkaufen, um vorerst nicht bankrott zu gehen. Dies geschah schließlich aufgrund fallender Kurse doch, so dass das Unternehmen im März 2017 Insolvenz angemelden musste.

Hiermit genug zu einem kleinen Schwenk in die Vergangenheit des Unternehmens. Das Unternehmen wurde seither umgebaut, verkauft und brachte auf der CES 2018 eine neue Generation ihrer Bestseller an die Öffentlichkeit.

Neben Neuauflagen der F.R.E.Q., also Stereo – Gaming – Kopfhörer, ES Pro, einem in-Ear Headset mit entfernbarem Mikrofon, gibt es natürlich auch eine neue Reihe an Mauspads, Tastaturen und Mäusen. Bei den Tastaturen gehen die neuen Modelle S.T.R.I.K.E. 2 und S.T.R.I.K.E. 4. an den Start. Beide verfügen über Anti-Ghosting aller Tasten, RGB Beleuchtung und Spritzwasserschutz, sollte euch beim Spielen doch einmal das Getränk umfallen. Trotz der guten Verarbeitung und nützlichen Features, sind die bisher benannten Geräte dann aber doch eher nur ein weiterer Tropfen in der großen Auswahl an Hardware, welche es derzeit gibt. Dies soll keinesfalls die neue Generation schlecht reden, sondern aufzeigen, dass es schlussendlich kein Alleinstellungsmerkmal gibt, welches dem Spieler einen nennenswerten Mehrwert liefert. Zumindest solange man nicht auf die Mäuse schaut, denn diese haben es wirklich in sich.

Beginnt man bei der einfachsten Version, der R.A.T. 1+, bekommt man die klassische Daumenauflage, das leichte Gehäuse, sowie 4 programmierbare Tasten geliefert. Je weiter man sich schließlich im Sortiment nach oben bewegt, desto mehr Funktionen kommen hinzu. So gibt es mit der R.A.T. 2+ bereits einen besseren Sensor und RGB-Beleuchtung, mit der R.A.T. 4+ einen noch genaueren Sensor, OMRON-Schalter sowie Hintergrundbeleuchtung. Einer der wichtigsten Punkte für professionelle Spieler hält mit der R.A.T. 6+ einzug, welche euch nun erlaubt das Gewicht der Maus an eure eigenen Vorstellungen und Präferenzen anzupassen. Neun programmierbare Tasten runden dies in Kombination mit verbesserten OMRON-Schaltern, einer verstellbareren Handballenauflage und mehreren RGB-Zonen, ab. Zur besten Version im Konsumerbereich, der R.A.T. 8+ (Bild unten), gehört noch der beste Sensor der Reihe, verstellbare Daumen- und Handballenauflage, eine abnehmbare Auflage für den kleinen Finger, austauschbare Oberflächen für verschiedene Haftungen, 3 Zonen RGB-Beleuchtung sowie anpassbares Gewicht und Knöpfe. Eine vorallem große und hilfreiche Neuerung bietet Mad Catz den Spielern bei dieser und den folgenden Mäusen jedoch mit der Option, eure Einstellungen direkt auf der Maus abzuspeichern. Dies erleichtert den Einstieg an fremden PCs oder zu Turnieren, da ihr nicht erst alles neu einzustellen habt.

Das Schlusslicht bilden nun die eSport-Modelle R.A.T. Pro S3 und R.A.T. Pro X3, welche neben einem austauschbarem Sensor, OMRON-Schalter, Tasten, eine individualisierbarere Handballen-, Daumen- und kleiner Fingerauflage, verstellbarem Gewicht und Mausrad, ebenso auch Spezialüberzüge bieten, wodurch ihr eure Maus komplett nach euren Vorstellungen personalisieren könnt.

Zum Schluss bleibt noch kurz die R.A.T. Air zu erwähnen, eine kabellose Maus der etwas anderen Art. So ist diese, ebenso wie ihre Kollegen, in vielen Punkten individualisierbar, unterscheidet sich jedoch durch das fehlende Kabel. Diese ist an dem dazugehörigen Mauspad angebracht, welches per Induktion die Maus mit Strom versorgt. Die Daten werden somit ebenso ohne Verzögerung abgerufen. Inwieweit dieses Modell jedoch in der Wirklichkeit funktioniert und eure Maus nicht vielleicht doch aufgrund fehlender Energie ab und zu einmal abschaltet, bleibt abzuwarten.

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